Alopekis (Kleiner griechischer Hund)
Diese kleinen griechischen Hunde kann man mit großer Mühe als Vertreter einer eigenen Rasse bezeichnen, obwohl sie ihren eigenen Namen haben — Alopekis. Es handelt sich um eine Gruppe universeller Arbeitshunde primitiven Typs, die sich äußerlich und charakterlich ähneln. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts sind die Alopekis vom vollständigen Aussterben bedroht. Sie werden bis heute von keiner kynologischen Organisation auf nationaler oder internationaler Ebene anerkannt.

Inhalt
Herkunftsgeschichte
Abbildungen von Hunden dieses Typs finden sich auf verschiedenen archäologischen Funden. Die älteste stammt aus der Jungsteinzeit und wird im Athener Museum aufbewahrt. Es handelt sich um ein Terrakotta-Gefäß, das in Thessalien entdeckt wurde und auf das 3. Jahrtausend v. Chr. datiert wird, auf dem eine schematische Zeichnung eines Alopekis zu sehen ist.
Alopekis (gr. Αλωπεκίς) bedeutet aus dem Griechischen übersetzt 'kleiner Fuchs', aber früher waren kleine Hunde mit fuchsähnlichen Gesichtern unter verschiedenen Namen bekannt. In Serres zum Beispiel wurden sie 'Zuckerhund' genannt, wahrscheinlich wegen der häufig vorkommenden weißen Farbe und des sanften Wesens.
Die nicht reinrassigen griechischen Hunde, die Alopekis und Meliteo Kinidio genannt wurden, machten bis in die 70er-80er Jahre des 20. Jahrhunderts den überwiegenden Teil des gesamten Hundebestands in Griechenland aus, sowohl in städtischen als auch in ländlichen Gebieten. Die Einfuhr anderer Hunderassen, wirtschaftliche Schwierigkeiten im Land, das Fehlen von Zuchtarbeit und die weit verbreitete Sterilisation von Hunden ohne Zuchtwert haben ihre Population und Reinheit stark beeinträchtigt. Seit den 90er Jahren befinden sich die Alopekis im Stadium des Aussterbens. Auf der Konferenz Zootechnia 2013, die in Thessaloniki, Griechenland, stattfand, wurden nur 58 reinrassige Hunde vorgestellt. Etwas besser sieht es mit dem Meliteo Kinidio aus. Auf ihrer Basis wurde die dekorative Hunderasse Kokoni (kleiner griechischer Hund) gezüchtet. Sie wird vom Griechischen Hundezuchtclub anerkannt, ist aber noch sehr selten.

Verwendungszweck
Alopekis vereinen jagdliche, wachsame und hütende Talente. Ihr Aussehen und Verhalten ist typisch für primitive Rassen. In ganz Griechenland wurden sie zur Vernichtung von Ratten und anderen kleinen Nagetieren eingesetzt, schützten Hausgeflügel vor Füchsen und interagierten hervorragend mit großen Hüte- und Wolfshunden, die das Vieh auf Bauernhöfen und Weiden bewachten. Im Norden des Landes begleiteten sie bis vor kurzem Büffel beim Weiden. In allen Regionen werden sie bis heute zum Hüten von Ziegen, Schafen und Rindern eingesetzt.
Aussehen
Der Alopekis ist ein kleiner, kräftiger und muskulöser Hund primitiven Typs. Der Körper hat eine längliche Form, der Geschlechtsdimorphismus ist sehr deutlich ausgeprägt. Die Widerristhöhe variiert zwischen 20 und 30 cm, das Gewicht zwischen 3,5 und 7,5 kg. Wahrscheinlich sind die geringen Größen der Hunde auf Inselzwergwuchs zurückzuführen, nicht auf Zuchtwahl.
Der Kopf des Alopekis erinnert an den eines Fuchses. Die Länge des Fanges ist gleich der Länge des Schädels. Der Stop ist flach, aber ausgeprägt. Die Kopfform ist keilförmig. Der Schädel ist breit, mit einer deutlichen Mittelfurche. Die Kiefer sind kräftig. Die Lippen schließen fest an. Die Augen sind mandelförmig, groß, mit dunklen Augenlidern. Die Ohren sind relativ groß, stehend, dreieckig und sehr beweglich.
Für seine Größe ist der Alopekis sehr stark, wendig und ausdauernd.
Der Körper ist kräftig, proportional. Die Beine sind mittelgroß, weder kurz noch lang, sehr stark. Die Pfoten sind oval. Der Schwanz ist säbelförmig, wird recht hoch getragen, berührt aber nicht den Rücken.
Nach dem Haarkleid werden Alopekis in drei Varianten unterteilt:
- Kurzhaarig – das Haar ist kurz, anliegend, dicht;
- Halblanghaarig – das Haar ist mittellang, grob, dicht;
- Rauhaarig – das Haar ist halblang, hart, bildet an der Schnauze einen Schnurrbart und einen Bart, diese Variante kommt äußerst selten vor.
Unabhängig vom Haartyp ist bei Alopekis die Unterwolle gut entwickelt.
Der vorläufige Rassestandard erlaubt nur Hunde mit doppeltem, glattem Haarkleid, die Länge des Deckhaars beträgt nicht mehr als 5 cm.
Alopekis oder Kokoni
In Griechenland ist die Population der kleinen Hunde sehr vielfältig. Die einzige anerkannte Rasse, die auf ihrer Basis gezüchtet wurde, ist der Kokoni oder der kleine griechische Hund. Angesichts der Seltenheit der Rasse stellt der griechische Hundezuchtverband Hunden, die dem Standard entsprechen, Null-Ahnentafeln aus. Wenn ein Hund jedoch eher einem Alopekis ähnelt, wird ihm eine Bezeichnung zugewiesen, aber es werden keine Dokumente ausgestellt, da die Rasse nicht anerkannt ist.
Alopekis besitzen einen außergewöhnlichen Verstand und Arbeitseigenschaften, sind praktisch universell einsetzbar, kräftig und ausdauernd. Kokoni zählen zu den Gesellschaftshunden. Sie wurden hauptsächlich aus städtischen Begleithunden gezüchtet. Schon ihr Name κοκόνα kokona bedeutet aus dem modernen Griechischen übersetzt «Hund für die Tochter» oder «Hund für das Haus». Das Fell des Kokoni ist seidig, lang, besonders an Ohren, Hals, Rute und der Rückseite der Gliedmaßen, es kann glatt oder wellig sein. Die Ohren sind oft halb aufrecht. Die Widerristhöhe beträgt nicht mehr als 28 cm.

Charakter und Verhalten
Der Alopekis ist zuverlässig, energisch, lebensfroh und seiner Familie treu ergeben. Er ist nicht aggressiv und neigt nicht zu übermäßigem Bellen, ist selbstbewusst, kontaktfreudig mit einem ausgeglichenen Charakter. Sehr bemüht, leicht trainierbar und zeichnet sich durch außergewöhnliche Intelligenz aus. Er ist intolerant gegenüber Kleintieren, geht jedoch mit anderen Haustieren fürsorglich um, beschützt und behütet sie. Der Alopekis ist ein ausgezeichneter Wachhund, wachsam, mutig und aufmerksam. Sowohl körperlich als auch psychisch ist er sehr ausdauernd.
Die Jagdinstinkte des Alopekis sind nicht sehr stark ausgeprägt. Dennoch werden sie manchmal zum Suchen und Apportieren von Wild eingesetzt.
Bis ins hohe Alter bleiben Alopekis sehr aktiv und verspielt. Sie verstehen sich hervorragend mit Kindern jeden Alters. Sehr kleine Kinder können sie beim Spielen umwerfen, daher sollte der Umgang zwischen Hund und Kleinkind stets beaufsichtigt werden.
Der Alopekis ist sehr klug und versucht, dem Besitzer in allem zu gefallen, vernachlässigt aber auch seine eigenen Bedürfnisse nicht. Wenn nötig, wird er zur Erreichung des Gewünschten listig, schätzt Freiheit und versucht ständig, sich mit Arbeit zu beschäftigen. Es ist besser, wenn der Besitzer im Voraus weiß, womit er den Hund später beschäftigen möchte (Hüten, Jagd, Sport) und bereits im Welpenalter in diese Richtung mit ihm arbeitet.
Besonderheiten der Haltung
Alopekis sind absolut anspruchslos an die Haltungsbedingungen und passen sich an Besitzer jeden Alters und Lebensstils an. In Griechenland werden sie als Arbeitshunde betrachtet und sind gut für das Leben im Freien geeignet.
Pflege
Alopekis benötigen keine besondere Pflege. Es reicht, die Hunde regelmäßig zu bürsten und zu baden, damit sie gepflegt aussehen. Bei Bedarf werden die Krallen geschnitten und die Ohren gereinigt. Insgesamt sind Alopekis sehr reinlich und achten selbst auf ihre Hygiene. Mitglieder der Gesellschaft zur Erhaltung und zum Schutz der Alopekis stellen fest, dass diese Hunde weniger von verschiedenen Parasiten befallen werden als andere.

Gesundheit und Lebenserwartung
Der Alopekis hat eine robuste Gesundheit und ein starkes Immunsystem. Hündinnen sind einmal im Jahr zur Fortpflanzung bereit, ähnlich wie andere primitive Rassen. Sie gebären in der Regel leicht, die Würfe sind nicht sehr groß, maximal fünf Welpen. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 12-15 Jahre. Über genetische Erkrankungen liegen keine Daten vor.
Auswahl eines Welpen der Rasse Alopekis
Wer einen Welpen der Rasse Alopekis erwerben möchte, sollte sich nicht mit der Suche nach einem Züchter belasten. Weder in Moskau noch in St. Petersburg gibt es Zuchtstätten, ebenso wie in anderen Ländern, einschließlich Griechenland. Derzeit existiert nur die griechische Gemeinschaft zur Rettung und Wiederbelebung der Alopekis (Κοινοτητα διασωσης & αναβιωσης αλωπεκιδας) sowie eine geschlossene Facebook-Gruppe, die Besitzer und Liebhaber der kleinen Arbeitshunde vereint.
Für den Alopekis wurde ein vorläufiger Standard entwickelt, aber da die Rasse nicht einmal auf nationaler Ebene von kynologischen Organisationen anerkannt ist, kann von der Ausstellung von Dokumenten keine Rede sein.
In Griechenland einen Hund zu finden, der äußerlich und charakterlich ähnlich ist, oder einen Welpen von Besitzern «anerkannter» Alopekis über eine Community oder eine FB-Gruppe zu kaufen – das ist der einzige Weg, einen treuen Freund in Gestalt eines Alopekis zu gewinnen. Mit anderen Worten, es wird ein gewöhnlicher Mischling sein, aber man kann von ihm sagen: Der Alopekis ist eine der ältesten Hunderassen!
Preis
Um die einheimischen Hunde in Griechenland zu erhalten, verteilt die oben genannte Organisation oft Welpen kostenlos oder gibt sie gegen einen rein symbolischen Preis ab. Es gibt keine Informationen über Verkäufe ins Ausland. In Internetanzeigen werden unter dem klangvollen Namen Alopekis manchmal Welpen von kleinen Mischlingen verkauft.
Fotos
In der Galerie sind Fotos von Hunden gesammelt, die in Griechenland als Alopekis (kleiner Fuchs) bekannt sind. Eine der Zeichnungen zeigt eine schematische Darstellung des «idealen» Alopekis, wie ihn der Standard sieht. Auf dem vorletzten Foto sind Alopekis eines griechischen Bauern aus den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts zu sehen.
Videos über Hunde der Rasse Alopekis:
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1 Kommentar
Elena
Ein sehr wunderbarer, kluger, robuster und anspruchsloser kleiner Hund. Wir haben ihn selbst aus dem Tierheim geholt (Mischling).
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