Biewer-Yorkshire-Terrier (Biewer York)
Der Biewer-Yorkshire-Terrier oder einfach Biewer York ist eine vergleichsweise junge Hunderasse aus Deutschland. Der Name ist nicht zufällig gewählt, denn diese Hunde sind tatsächlich engste Verwandte der bekannteren und beliebteren Yorkshire-Terrier. Biewer sind luxuriöse Begleithunde mit angeborenem Selbstbewusstsein, stabiler Psyche und freundlichem Wesen.

Inhalt
Herkunftsgeschichte
Der Biewer York ist eine Designerhunderasse, die durch das Ehepaar Biewer aus Deutschland entstanden ist. Werner und Gertrud (so hießen die Eheleute) waren langjährige Züchter von Yorkshire-Terriern. Im Jahr 1984 erschien in einem Wurf gewöhnlicher Yorkies ein Welpe mit schwarz-weiß-goldener Fellfarbe. Die Biewers waren äußerst überrascht, da es so etwas zuvor nicht gegeben hatte. Das ungewöhnliche Mädchen wurde Schneeflocke genannt. In späteren Verpaarungen gelang es, zwei weitere Hündinnen mit ähnlichem Farbenschlag zu erhalten. Diese drei Hündinnen bildeten den Zuchtkern. Den Biewers gelang es, den Bestand an Hunden mit der gewünschten Farbe und dem gewünschten Charakter zu vergrößern. Um Inzuchtdepression zu vermeiden, wurden die Hunde später mit Yorkshire-Terriern gekreuzt. Einige Kynologen behaupten, dass auch Shih Tzu und Malteser an der Rassebildung beteiligt waren, aber es gibt keine Beweise dafür.
1988 präsentierte Werner Biewer seine Hunde auf einer Ausstellung in Wiesbaden. Damals wurden sie Schwarz-Weiß-Yorkies genannt.
Die ersten Biewer wurden von Enthusiasten nach Russland gebracht, die eine große Zukunft für die damals noch nicht von der FCI anerkannte Rasse sahen. Angesichts der wachsenden Beliebtheit der kleinen Hunde hatten sie wohl recht.
Videoüberblick über die Hunderasse Biewer York
Wie sieht der Biewer-Yorkshire-Terrier laut Standard aus?
Für den Biewer York gilt ein vorläufiger Standard, nach dem die Rasse zur FCI-Gruppe 9 gehört. Der Biewer York ist ein kleiner, kompakter Hund mit langem, fallendem Haar und symmetrischer Farbe. Der Geschlechtsdimorphismus ist vorhanden, aber nicht stark ausgeprägt. Wünschenswerte Größe: 22 cm, Gewicht 2-3,5 kg.
Der Kopf ist klein und steht in gutem Verhältnis zum Körper. Der Schädel sollte flach sein, auf keinen Fall massiv oder rund. Die Schnauze ist nicht zu lang. Die Augen sind mittelgroß, gerade eingesetzt, dunkel und mit gut pigmentierten Lidern umrandet. Der Blick ist intelligent, etwas schelmisch. Die Ohren sind hoch angesetzt, stehend, klein, dreieckig und nicht weit voneinander entfernt. Die Nasenspitze ist schwarz. Der Biss ist scherenartig, aber auch ein gerader Biss ist zulässig. Ebenso kann das Fehlen von zwei Prämolaren vorkommen.
Der Körper ist kompakt, die Oberlinie gerade, die Rippen ausreichend lang. Die Brust reicht bis zu den Ellenbogen, der vordere Teil ragt leicht über die Schultergelenke hinaus oder liegt auf einer Linie mit ihnen. Die Rute ist hoch angesetzt, wird nicht kupiert. Die Vorderläufe sind gerade und parallel. Breite Schulterblätter mit korrekter Neigung bilden einen kaum sichtbaren Widerrist. Die Hinterläufe sind gerade, mit gut definierten Winkeln der Sprunggelenke. Die Unterschenkel und Oberschenkel sind kurz und gleich lang. Die Kniegelenke sind kräftig. Die Pfoten sind rund mit weißen oder schwarzen Krallen.
Das Haar hat eine seidige Textur, ist sehr dicht, dicht und völlig gerade, erreicht eine Länge von bis zu 30 cm. Dabei verdeckt es nicht die Proportionen des Körpers.
Die Farbe ist dreifarbig. Auf dem Kopf sind Weiß, Blau, Gold oder Weiß, Schwarz, Gold vorhanden. Eine gute Symmetrie ist erwünscht. Am Körper: Schwarz und Weiß oder Blau und Weiß – über die gesamte Länge, sowie Schwarz oder Blau mit weißem Kragen, aber ohne Gold, nur mit weißen Einsprengseln. Von der Brust kann sich die weiße Farbe auf den Hals und das Kinn ausbreiten. Die Schnauze kann goldfarben mit einer gewissen Anzahl dunkler Haare sein.
Unterschied zwischen Biewer York und Yorkshire Terrier
Viele fragen sich: Worin unterscheidet sich der Biewer Yorkshire Terrier vom Yorkshire Terrier? Eigentlich ist es ganz einfach, sie zu unterscheiden – anhand der Farbe.
Beim Yorkshire Terrier ist das Haar dunkel, bläulich-stahlfarben, beim Biewer hell aufgrund des weißen Anteils. Daher werden sie manchmal als schwarz-weiße Yorks bezeichnet, obwohl es unter ihnen auch Dreifarbige gibt.
Außerdem gibt es Unterschiede zwischen den Rassen, die auf Fotos erkennbar sind: Der Biewer hat einen kräftigeren Knochenbau und insbesondere die Kniescheiben. Das Haar ist widerstandsfähiger gegen Verschmutzung, aber gleichzeitig anfälliger für Verfilzungen. Die Psyche der Biewer ist stabiler und sie sind weniger anspruchsvoll.
Es gibt noch eine Varietät des Yorkshire Terriers – den Biro York. Das sind zweifarbige Hunde, bei denen auf weißem Hintergrund anstelle von Schwarz oder Blau ein satter Schokoladenton vorhanden ist. Solche Hunde sind sehr selten, nur wenige Züchter in Deutschland widmen sich ihrer Zucht.

Charakter
Biewer Yorkies sind lebhafte, fröhliche, intelligente und selbstbewusste Hunde. Sie sind sehr kontaktfreudig und liebevoll, mit einem ausgeglichenen und starken Charakter. Einfach ausgedrückt sind sie wunderbare Begleiter, die sich sehr stark an alle Familienmitglieder binden. Diese Hunde verstehen sich hervorragend mit Kindern, kommen gut mit anderen Haustieren zurecht und passen sich leicht dem Lebensrhythmus der Familie an. Sie sind die unkompliziertesten und nicht schelmischen Wesen.
Biewer Yorkies lieben Aufmerksamkeit und Fürsorge und schenken ihrem Besitzer dafür Liebe und unendliche Treue. Sie sind dafür geschaffen, verwöhnt zu werden, aber gleichzeitig darf man nicht vergessen, dass sie Terrier sind, also ziemlich stur und temperamentvoll. Manche Hunde können sehr streitsüchtig sein und ihr Territorium eifersüchtig vor jedem Eindringling schützen, aber das ist eher die Ausnahme.
Inhalt
Die schwierigste Zeit im Leben eines Welpen und seines Besitzers sind die ersten 2 Monate nach dem Einzug des Kleinen in ein neues Zuhause. Sie müssen genau darauf achten, dass dieses winzige Geschöpf nichts verschluckt, was nicht an seinem Platz ist, dass niemand darauf tritt oder es einklemmt. In dieser Zeit sollten Sie keine lauten Partys zu Hause veranstalten – das würde die erfolgreiche Eingewöhnung des Hundes erschweren. Außerdem sollte der Kontakt mit kleinen Kindern im Haushalt eingeschränkt und nur unter Aufsicht von Erwachsenen erfolgen. Biewer sind sehr reinlich und überhaupt nicht anstrengend.
Zu Hause sollte der Hund unbedingt einen eigenen Schlafplatz, Spielzeug und Näpfe haben. Auf Wunsch kann man dem Kleinen beibringen, seine Bedürfnisse auf einer Unterlage zu verrichten, was den Besitzern in Zukunft unerwünschte Spaziergänge bei Regen oder Kälte erspart. Das bedeutet natürlich nicht, dass der Hund tagelang in der Wohnung sitzen kann. Ein Biewer Yorkie braucht wie jeder andere Hund regelmäßige Bewegung, die dem Welpen hilft, sich körperlich und psychisch richtig zu entwickeln. Eine sehr wichtige Rolle spielt die Sozialisation, das Kennenlernen neuer Gerüche, Menschen und Tiere.
Einer der unbestrittenen Vorteile der Rasse ist das Fehlen von Haarausfall und spezifischem Geruch.
Grooming des Biewer York
Man kann nicht sagen, dass die Pflege eines Biewers sehr aufwendig ist, aber die Zeit für das Äußere des Hundes muss täglich aufgewendet werden. Gewöhnen Sie das Tier von klein auf an Hygiene-Prozeduren, auch wenn sie zunächst eher symbolisch sind. Der Welpe sollte sich an Hände, Werkzeuge und Handlungen gewöhnen.
Die Augen sollten immer sauber und gesund sein. Dazu werden sie täglich gereinigt. Außerdem müssen die Haare um die Augen herum sorgfältig entfernt werden, um die Bildung von Verfilzungen zu vermeiden. Die Ohren sollten einmal pro Woche gereinigt werden. Die Haare im Gehörgang werden ausgezupft, da sie die natürliche Reinigung der Ohrmuschel behindern. Wenn dies regelmäßig geschieht, wird der Hund keine starken Schmerzen verspüren.
Um die Pflege der Pfoten zu erleichtern, wird das Fell zwischen den Zehen und um die Ballen herum geschnitten. Nach Spaziergängen werden die Ballen mit einer fettenden Creme oder Öl eingerieben, um Rissbildung zu vermeiden. Alle 7–10 Tage werden die Pfoten kontrolliert und bei Bedarf die Krallen gekürzt.
Die Zähne werden mindestens einmal pro Woche gereinigt. Da Biewer zu Erkrankungen der Mundhöhle neigen, ist es sinnvoll, beim Zähneputzen das Zahnfleisch mit Propolis zu massieren.
Fellpflege
Das Fell des Hundes verdient besondere Aufmerksamkeit. Es ist weich, lang und neigt zur Verfilzung. Daher muss der Hund täglich, besser zweimal täglich, gebürstet werden. Gebadet werden sollte ein Biewer höchstens einmal pro Woche. Bei der Wasserbehandlung wird ein Shampoo für den entsprechenden Felltyp verwendet. Nach dem Baden sollten unbedingt ein Pflegebalsam und eine Spülung aufgetragen werden, die das Kämmen erleichtern.
Viele Besitzer ziehen es vor, ihre Biewer zu scheren, was die Pflege erheblich erleichtert. Der Schnitt kann ganz nach eigenem Geschmack gewählt werden.
Fütterung
Die meisten Züchter ziehen es vor, ihre Hunde mit Fertigfutter zu füttern. Die Kleinen fressen sehr wenig, und selbst Holistic-Futter sind vergleichsweise günstig. Außerdem ist diese Variante praktisch: Sie erspart das Kochen und die Zugabe von Vitamin- und Mineralstoffpräparaten. Die Portionsgröße wird anhand des Gewichts und der Empfehlungen auf der Verpackung berechnet.
Manche Biewer kennen kein Maß beim Fressen, was zu Fettleibigkeit führen kann. Der Hund muss regelmäßig gewogen werden; bei Gewichtszunahme sollte die Futtermenge reduziert werden.
Auf Wunsch kann man sich für natürliche Produkte entscheiden. In diesem Fall werden Breie mit Fleisch (Rind oder Geflügel) und Gemüse zubereitet. Milchprodukte, etwas Honig und gekochter Seefisch können den Speiseplan ergänzen. Auf je 500 g Körpergewicht entfällt etwa ein gestrichener Esslöffel Futter. Zur Vorbeugung von Zahnbelag und besonders während des Zahnwechsels kann man Biewern gepresste Rindersehnen geben.
Der Futternapf eines Biewers sollte sich auf Brusthöhe des Hundes befinden. Dazu stellt man ihn auf eine kleine Ablagefläche.

Gesundheit und Lebenserwartung
Man würde zu gern sagen, dass Biewer im Gegensatz zum Yorkshire-Terrier über eine robuste Gesundheit und eine gute Immunität verfügen, aufgrund der Neuheit der Rasse. Doch leider ist das weit von der Realität entfernt. Auch sie neigen zu verschiedenen Krankheiten, die oft mit ihrer geringen Größe zusammenhängen, und erben einige genetische Pathologien. Die wichtigsten sind:
- Störungen des Zahnwechsels;
- Distichiasis (zusätzliche Wimpern);
- Trachealkollaps (Atemstörungen bei Aufregung);
- Hüftkopfnekrose;
- Patellaluxation;
- offene Fontanelle;
- Zahnerkrankungen, einschließlich des verzögerten Zahnwechsels;
- Kryptorchismus;
- Allergien verschiedener Art;
- empfindliche Verdauung;
- Entzündung der Analdrüsen;
- Koprophagie.
Vor dem Kauf müssen die Welpen altersgemäß geimpft sein. Alle drei bis vier Monate werden die Hunde entwurmt. Mit Beginn der warmen Jahreszeit bis zum späten Herbst werden Mittel gegen äußere Parasiten angewendet. Die Lebenserwartung beträgt in der Regel 13-15 Jahre.
Welpenauswahl
Die häufigste Methode, einen Welpen auszuwählen, ist anhand von Fotos im Internet. Aber das ist nicht die einzig mögliche und schon gar nicht die richtige. Vernünftigerweise sollte man mit der Wahl des Züchters und der Elterntiere beginnen. Dafür ist es ratsam, einige große Ausstellungen oder zumindest die Websites von Zuchtstätten zu besuchen. Handelt es sich um eine geplante Verpaarung, besteht die Möglichkeit, die Abstammung zu prüfen und sicherzustellen, dass die Welpen nicht Opfer von Inzucht werden. Es ist auch empfehlenswert, den Charakter der Elterntiere zu beurteilen, denn es ist sehr wahrscheinlich, dass alle positiven und negativen Eigenschaften vererbt werden.
Es wird empfohlen, das Kleine nicht vor der 10. bis 12. Woche in das neue Zuhause zu holen und erst nach den erfolgten Impfungen. In diesem Alter ist der Welpe nicht mehr von seiner Mutter abhängig, er beginnt die Welt zu erkunden und verkraftet den Umzug meist schmerzfrei. Für die Zucht und eine Ausstellungskarriere ist es besser, einen Welpen im Alter von 5 bis 6 Monaten zu wählen. Wenn sich bereits die für Hunde der Showklasse erforderlichen Rassemerkmale zeigen.
Gemeinsam mit dem Welpen muss der Züchter dem zukünftigen Besitzer die Ahnentafel und den Impfpass aushändigen. Welpen, die aus einer geplanten Verpaarung stammen, werden mit 45 Tagen abgenommen, woraufhin sie eine Kennnummer erhalten, die mit der in der Welpenkarte angegebenen übereinstimmen muss.
Ein nicht unwichtiger Faktor sind die Haltungsbedingungen und das äußere Erscheinungsbild der Hunde. Die Kleinen sollten mäßig wohlgenährt sein, mit weichem, sauberem Fell, ohne kahle Stellen, mit klaren Augen, gutem Appetit und einer verspielten Stimmung.
Preis
Über den Preis kann man nur bedingt sprechen, da er je nach geografischer Lage der Zuchtstätte, Qualität des Welpen und Nachfrage stark variiert. Welpen der Pet-Klasse, nicht für die Zucht, kosten in Zuchtstätten zwischen 150 und 350 €. Vielversprechende Welpen können 500 € und mehr kosten.
Fotos
In der Galerie sind Fotos von Welpen und erwachsenen Hunden der Rasse Biewer Yorkshire Terrier zusammengestellt. Auf den Fotos ist gut zu erkennen, wie die Hunde mit verschiedenen Frisuren, langem und kurzem Fell aussehen, welche Farben es gibt und natürlich, worin sich der Biewer vom Yorkie unterscheidet.
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