Dobermann — Hunderasse
Der Dobermann ist ein Hund mit schönem Äußeren, scharfem Verstand, blitzschneller Reaktion, Feinfühligkeit, Furchtlosigkeit, Treue – und das sind noch nicht alle seine Vorzüge. Viele glauben, dass Dobermänner sehr aggressiv sind, aber das ist nicht der Fall. Ihren kämpferischen Charakter zeigen die Hunde nur, wenn ihre Familie oder das bewachte Eigentum in Gefahr ist. In vielen Ländern der Welt gehören Dobermänner zu den beliebtesten Hunderassen.

Inhalt
Herkunftsgeschichte
Der Dobermann ist eine relativ junge Rasse, sie wurde erst 1880 registriert. Entstanden ist sie durch die Bemühungen von Friedrich Dobermann, einem Polizisten aus einer kleinen deutschen Stadt.
Friedrich Louis Dobermann wurde 1834 in der Stadt Apolda geboren. Er war Steuereintreiber und Mieteinkassierer. Seine Tätigkeit zwang ihn, stets einen zuverlässigen vierbeinigen Begleiter an seiner Seite zu haben. Enttäuscht von vielen Rassen, beschloss Dobermann, seine eigene zu züchten. Friedrich träumte davon, einen idealen Helfer zu erschaffen – einen Hund mit mittlerer Größe, glattem Fell, schneller Reaktion, scharfem Verstand und angemessener Aggressivität.
Die Zuchtarbeit begann um 1860. Leider haben sich keine Aufzeichnungen erhalten. Viele Fachleute hielten den Dobermann für einen anmaßenden Dilettanten, aber die Ergebnisse seiner Arbeit – große, glatthaarige Hunde mit kupierten Ohren und Ruten – wurden schnell populär. Vermutlich waren viele andere Rassen an der Entstehung der Dobermänner beteiligt, darunter der Beauceron, der Altdeutsche Pinscher, der Rottweiler und einige Jagdhunde.
Interessanterweise nannte man die Dobermänner zunächst Thüringer Pinscher, und erst nach dem Tod von Friedrich Dobermann erhielt die Rasse den Namen ihres Gründers.Als eigenständige Rasse traten Dobermänner erstmals 1863 auf einer Ausstellung in Hamburg, Deutschland, auf. 1876 wurde für sie ein Zuchtbuch angelegt. 1894 wurde die Rasse von Thüringer Pinscher in Dobermann-Pinscher umbenannt. Und seit 1949 heißt der Hund einfach Dobermann.
Video-Überblick über die Hunderasse Dobermann:
https://youtu.be/pJTVbdgYRGA
Aussehen und Rassestandards des Dobermanns
Der Dobermann ist ein mittelgroßer Hund mit stolzer Haltung und kräftiger, muskulöser Statur, ohne übermäßige Massigkeit. Die Widerristhöhe der Dobermänner beträgt 63–72 cm. Das Gewicht liegt bei 32–45 kg.
Von oben betrachtet ähnelt der Kopf eines Dobermanns einem stumpfen Keil. Die Linie des Oberkopfes sollte waagerecht sein. Der Nasenspiegel ist gut ausgeformt, breit, schwarz oder braun je nach Farbschlag. Die flachen Lippen schließen fest an den kräftigen Kiefern an. Das Gebiss ist vollständig und im korrekten Scherengebiss. Die Augen sind mittelgroß, oval und von dunkler Farbe. Nur bei braunen Hunden können sie eine hellere Schattierung aufweisen. Die Lidränder sind leicht abgesenkt. Die Ohren sind hoch angesetzt, kupiert; wenn nicht kupiert, mittellang und hängend.
Der Hals ist lang, muskulös und trocken mit schöner Nackenlinie, die fließend in den Widerrist übergeht. Die Brust ist oval geformt. Der Widerrist sollte nicht hervortreten. Der Rücken ist kräftig, kurz. Die Kruppe fällt zum Rutenansatz hin deutlich ab. Länge und Breite der Brust stehen im richtigen Verhältnis zur Rumpflänge. Die Rippen sind leicht gewölbt. Die Unterlinie ist deutlich aufgezogen. Die Rute ist hoch angesetzt, kurz kupiert. Im nicht kupierten Zustand ist sie lang und säbelförmig. Die Gliedmaßen sind gut entwickelt, muskulös und gerade. Die Pfoten sind gut geschlossen, die Zehen nach oben gewölbt, die Krallen kurz.
Das Haar ist gerade, kurz, hart im Griff, liegt eng am Körper an und besitzt keine Unterwolle. Die Haut ist elastisch und bildet keine Falten. Anerkannte Farbschläge sind braun und schwarz mit lohfarbenen Abzeichen.


Charakter
Der Dobermann hat einen sehr eigenwilligen Charakter, er unterscheidet sich von vielen anderen Rassen. Er wird den Besitzer unter Einsatz seines Lebens beschützen, kann aber auch sentimental sein. Er ist aggressiv, stets wachsam und jederzeit kampfbereit, kann sich aber auch selbstvergessen auf einer Wiese mit einem Nachbarshund albern. Er ist ein zuverlässiger, kluger Wachhund und ein dem Besitzer vollkommen ergebener Freund und Begleiter.
Jeder, der das Haus in Abwesenheit der Besitzer betritt, wird als potenzieller Feind betrachtet. Dobermänner sind hitzig und ungeduldig, stets bereit zu einem schnellen Angriff, sind sich aber ihrer Kraft bewusst und besitzen einen feinen Verstand; sie können Situationen analysieren und differenzieren. Dobermänner spüren die Stimmung sehr deutlich und sind selten aufdringlich. Es ist eine recht temperamentvolle Rasse, aber scharfe Stimmungsschwankungen sind ihnen nicht eigen.
Ein gut erzogener Dobermann ist kein Raufbold, er ist nicht ängstlich und wird nicht unnötig Aggression zeigen.
Der Dobermann ist ein wilder, streitsüchtiger und bösartiger Hund für den Übelwollenden, aber in der Familie ist er ein gutmütiges, nettes und zärtliches Wesen, das sich gut und liebevoll um Kinder kümmert – natürlich unter der Voraussetzung, dass der Hund die Kleinen von klein auf kennt und gut sozialisiert ist. Dobermänner binden sich sehr stark an die Mitglieder ihres „Rudels“, aber es ist wichtig, seine Interessen zu berücksichtigen und zu respektieren.
Es ist zu beachten, dass Dobermänner sich stark voneinander unterscheiden können. So wird ein Hund an eine bestimmte Person gebunden sein, während ein anderer Hund auf die gesamte Familie ausgerichtet ist. Manche Dobermänner können je nach Erziehung aggressiver sein, andere hingegen weniger. Vieles hängt von den Bedingungen ab, unter denen sie aufgewachsen sind, und natürlich von der Erziehung.

Erziehung und Training
Diese Hunde zeichnen sich durch erstaunliche Arbeitsfähigkeit, hervorragende Spürnase, außergewöhnliche Intelligenz und Gehorsam aus. Mit Dobermännern zu arbeiten ist sehr einfach. Wie es sich für einen Diensthund gehört, merkt er sich schnell Kommandos und führt sie aus, ist sehr menschenbezogen. Ein Dobermann duldet es in keinem Alter, geschlagen zu werden; er ist in erster Linie Freund, nicht Diener. Dem Hund muss von Anfang an klar gemacht werden, wer der Herr im Haus ist, aber das muss mit Verstand und nicht mit gewaltsamen Methoden geschehen. Eine gute Erziehung und Ausbildung machen den Dobermann zu einem zuverlässigen Wachhund und treuen, liebevollen Begleiter.
Dobermänner sind Hunde für energiegeladene Menschen, die viel Zeit und Mühe in die Erziehung, Ausbildung und das Ausführen eines temperamentvollen Freundes investieren können und werden.
Dobermänner werden oft für den Dienst in Armee und Polizei eingesetzt, sie gelten als hervorragende Spürhunde. Darüber hinaus sind sie ausgezeichnete Wachhunde, wachsam und furchtlos.

Haltung und Pflege
Dobermänner fühlen sich in einer Stadtwohnung wohl, aber auch in einem Einfamilienhaus werden sie sich sehr wohl fühlen. Auf keinen Fall darf man einen solchen Hund an die Kette legen, da Dobermänner einfach nicht ohne menschliche Gesellschaft leben können. Normalerweise verstehen sie sich gut mit anderen Haustieren, besonders wenn sie zusammen aufgewachsen sind.
Damit sich der Hund gesund und glücklich fühlt, benötigt er viel körperliche Aktivität. Dobermänner lieben gemeinsame Joggingrunden und Spaziergänge mit ihrem Besitzer. Dobermänner eignen sich auch hervorragend für die Teilnahme an Wettbewerben, da sie dadurch nicht nur in ausgezeichneter körperlicher Verfassung bleiben, sondern auch ihre geistigen Fähigkeiten entwickeln und erhalten können.
Dobermänner gelten als sehr pflegeleicht. Ihr kurzes Fell benötigt nur minimale Pflege. Zudem sind Dobermänner von Natur aus sehr reinlich. Sie haaren sehr wenig. Für die Fellpflege reicht es, sie einmal pro Woche mit einer Bürste mit dicken Borsten zu kämmen und mit einem feuchten Handtuch abzureiben. Ein Bad ist nur bei starker Verschmutzung nötig, und nach dem Baden reicht es, den Hund mit einem trockenen Handtuch gründlich abzutrocknen.
Ernährung
Dobermänner sind in der Ernährung recht anspruchslos. Wenn man sich für natürliche Nahrung entscheidet, darf man nicht vergessen, dass Fleisch die wichtigste Proteinquelle ist. Fleischprodukte sollten die Hälfte der gesamten Ration ausmachen, in manchen Fällen (erhöhte körperliche Belastung, kalte Jahreszeit usw.) sogar 75 % des gesamten Menüs. Mit Getreide allein kann man keinen gesunden und aktiven Hund aufziehen. Unbedingt müssen in den Futterplan Gemüse, Obst, Kräuter, Sauermilchprodukte, Eier und Fisch aufgenommen werden. Eine andere Möglichkeit ist die Fütterung mit ausgewogenem Trockenfutter. Die Portionen müssen nach dem Gewicht jedes einzelnen Hundes berechnet werden.

Gesundheit, Krankheiten und Lebenserwartung
Insgesamt sind Dobermänner sehr kräftige und ausdauernde Hunde, wenn sie keine rassetypischen Erkrankungen aufweisen. Neben altbekannten Mängeln wie Fehlbiss, Pigmentstörungen, Taubheit, die durch Selektion leicht behoben wurden, sind heute in der Rasse zwei ernsthafte Erkrankungen sehr verbreitet: Magendrehung und Kardiomyopathie.
Unter anderen, seltener vorkommenden Pathologien sind zu nennen:
- Hypothyreose;
- Von-Willebrand-Krankheit;
- Wobbler-Syndrom (Wirbelgleiten im Halsbereich);
- Intermittierende Lahmheit;
- Narkolepsie (Schlafstörung).
- Viele Dobermänner leiden unter Futter- und anderen Allergien.
Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 12 Jahre.

Welpenauswahl und Preis
Das Temperament ist für diese Rasse von größter Bedeutung, und je mehr unerfahrene Menschen mit der Zucht beginnen, desto mehr fehlerhafte, unausgeglichene, aggressive, eigensinnige Welpen mit anderen Charaktermängeln und nicht immer guter Gesundheit kommen auf den Markt. Daher sollte man in erster Linie nicht den Welpen, sondern die Elterntiere auswählen. Beide Elterntiere müssen unbedingt Diplome in der allgemeinen Ausbildung sowie im Schutzhundesport vorweisen. Sie sollten äußerlich gesund sein, einen normalen Charakter und ein ausgeglichenes Wesen haben. Dies kann man nur beurteilen, indem man mit den Hunden selbst Kontakt hatte, nicht nur nach den Worten des Züchters.
Bei Welpen im Alter von 1,5 bis 2 Monaten sollten die kupierten Schwänzchen vollständig vernarbt sein. Die Kleinen sollten gegen die wichtigsten Infektionskrankheiten von Hunden geimpft sein, gesund, aktiv, mit gutem Appetit und festem Schlaf. Ein guter Welpe hat ein starkes Knochengerüst, einen breiten Rücken und eine breite Brust, einen ausreichend langen Hals, einen nahezu quadratischen Körper, gute Kiefer, scharfe weiße Zähne, die im korrekten Scherengebiss aufeinandertreffen, dunkle Augen und eine satte Abzeichenfarbe.
Der Züchter sollte Dokumente über die absolvierten Prüfungen der Hunde, Arbeitsdiplome und Ergebnisse von Gentests vorlegen, wobei das Fehlen von Kardiomyopathie bei den Elterntieren von besonderer Bedeutung ist.
Natürlich ist es am besten, Welpen mit Ahnentafel und allen erforderlichen Unterlagen den Vorzug zu geben. Heute liegt der Preis eines Welpen aus einer Zuchtstätte im Durchschnitt bei 150–450 €. Einen kleinen Dobermann von Privat kann man schon für 80 € erwerben, jedoch kann Ihnen dort niemand Garantien für die Gesundheit und eine normale Psyche des Welpen geben.
Fotos
Fotos von Welpen und erwachsenen Hunden der Rasse Dobermann in der Galerie:
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