Osteochondrodysplasie bei Schottischen Faltohrkatzen
Besonderheiten des Aussehens der Rasse der Schottischen Faltohrenkatzen sind das kurze, dichte «plüschige» Fell, die runde Kopfform und Augen sowie die kleinen, nach unten gefalteten «briefumschlagartigen» Ohren. Diese Rassemerkmale wurden selektiv aus einer spontanen Mutation einer halbwilden Katze in Schottland fixiert, woher auch der Name der Rasse stammt. Schottische Faltohrenkatzen sind sehr freundlich und haben einen sanften, anhänglichen Charakter. Leider sind sie viel anfälliger als andere Rassen für eine Erkrankung des Skelettsystems, die den komplizierten Namen Osteochondrodysplasie (OCD) trägt.

Was ist OCD?
Aus dem Griechischen übersetzt bedeutet «Osteo» Knochen und «Dysplasie» Entwicklungsstörung. OCD ist eine genetische Fehlentwicklung des Knorpel- und Knochengewebes, die zu einer Verlangsamung ihres Wachstums führt. Das Ergebnis dieser Pathologie ist eine Unterentwicklung des Knochen-Knorpel-Systems, einschließlich des Ohrknorpels (weshalb bei Katzen dieser Rasse die Ohren «umfallen»). Systemische Skelettveränderungen äußern sich meist in einer Verformung der Gliedmaßen. Die Krankheit stellt oft keine unmittelbare Lebensgefahr für das Tier dar, kann aber die Lebensqualität und -dauer erheblich verringern.
Wichtig! Zur Risikogruppe für diese Krankheit gehören die reinrassigen Rassen der Schottischen Scottish Fold und Highland Fold. Beide haben in ihrer Abstammung ein «defektes» Gen. Wenn einer der Elternteile der Katze ein Schottischer Geradeohriger (Scottish Straight oder Highland Straight), erbt sie ein mutiertes Gen und die Wahrscheinlichkeit, an Osteochondrodysplasie zu erkranken, halbiert sich.
Klinische Anzeichen
Die Pathologie tritt bei Katzen normalerweise im Alter von 1,5 bis 2 Monaten auf. In diesem Alter ist sie bereits recht deutlich ausgeprägt, da sich in den Knochen eine Osteoarthritis (degenerativer Prozess des Knochengewebes) entwickelt hat. Das typischste Symptom der OCD ist die Verformung der Gliedmaßen. Die Hinterbeine einer an Osteochondrodysplasie erkrankten Katze sind verkürzt, daher ist sie gezwungen, auf den halb angewinkelten Vorderbeinen zu gehen. Aufgrund des entzündlichen Prozesses in den Knochen leidet das Tier unter ständigen Schmerzen, daher versucht es, sich weniger zu bewegen. Das Schmerzsyndrom kann zu Lahmheit, Steifheit des Gangs führen, die Katze hat Schwierigkeiten beim Hoch- und Herunterspringen.

Als äußere Anzeichen der Osteochondrodysplasie gelten außerdem:
- vergrößerter Kopf;
- krumme Zähne, hervorstehender Kiefer;
- abgeflachte, unverhältnismäßig kurze Nase;
- unbeweglicher kurzer Schwanz mit verdünnter Basis.
Nützliche Information! Wenn Sie ein Kätzchen der Rasse Schottische Faltohrkatze erwerben, achten Sie besonders auf die Beweglichkeit des Schwanzes (dies lässt sich leicht durch Abtasten feststellen) und den Gang, der bei einem gesunden Tier nicht steif sein sollte.
Diagnostik
Die klinischen Anzeichen einer Osteochondrodysplasie bei Katzen sind recht typisch, daher erfolgt die vorläufige Diagnose anhand einer visuellen Untersuchung des Tieres. Bei Katzen mit OHD finden sich neben den oben beschriebenen charakteristischen äußeren Merkmalen (verkürzte, deformierte Pfoten, steifer Gang, wenig beweglicher Schwanz) bei der Palpation der Gliedmaßen knöcherne Auswüchse (Exostosen) im Bereich des Fersenbeins. Bei großer Ausdehnung kahlt die Haut über den Auswüchsen aus, und es können Geschwüre auftreten.

Zur Bestätigung der Diagnose wird eine Röntgenuntersuchung (alternativ Tomographie oder MRT) durchgeführt. Je nach Schweregrad der Schädigung von Knorpel- und Knochengewebe können auf den Röntgenbildern folgende Veränderungen sichtbar sein:
- Formstörungen der Knochen der Hand, des Mittelfußes und des Fersensegments;
- unregelmäßige Form der Schwanzwirbel;
- Verengung der Gelenkspalten;
- Bildung von Knochenauswüchsen um die Gelenke der Gliedmaßen.
Behandlung
Der Erfolg der Behandlung von OHD bei Katzen hängt vom Schweregrad der Schädigung des Knochensystems ab. Je früher die Krankheit erkannt wird, desto größer sind die Chancen auf eine gute Prognose. Bereits entwickelte Veränderungen des Skeletts bleiben ein Leben lang bestehen, aber eine angemessene Therapie kann ihr weiteres Fortschreiten verlangsamen oder sogar stoppen.
In jedem Fall zielen die therapeutischen Maßnahmen in erster Linie auf die Beseitigung der Hauptsymptome der Osteochondrodysplasie ab: Schmerzlinderung, Entzündungshemmung und Linderung der Gelenksteifigkeit. Wenn Ihr Haustier nicht an Nierenerkrankungen leidet, können ihm nichtsteroidale Antirheumatika verschrieben werden: Meloxivet, Ketolain, Ainil.

Zur Stimulierung der korrekten Entwicklung des Knorpelgewebes können Pentosan, das eine chondroprotektive und entzündungshemmende Wirkung hat, sowie die am Aufbau der Knorpelmatrix beteiligten Glykosaminoglykane verschrieben werden:
- Chondroitin-4-sulfat;
- Chondroitin-6-sulfat;
- Furinaid;
- Interpan.
Diese Medikamente verlangsamen die Degenerationsprozesse von Knochen- und Knorpelgewebe und halten die Menge der Synovialflüssigkeit im Gelenksack auf einem angemessenen Niveau.
Manuelle Therapie oder Massage können den Zustand des Tieres verbessern, diese physikalischen Behandlungen sollten jedoch von einem professionellen Spezialisten durchgeführt werden. Bei schwerer Osteochondrodysplasie kann für Ihr Haustier eine Operation zur Entfernung der an den Gelenken entstandenen Knochenauswüchse (Exostosen) angezeigt sein. Nach einer solchen Operation lässt die Lahmheit der Katze in der Regel nach und das Schmerzsyndrom wird teilweise oder vollständig gelindert. In einigen Ländern werden zur Behandlung von OHD Strahlentherapieverfahren eingesetzt.
Wichtig! Um die Lebensqualität des an Osteochondrodysplasie erkrankten Katers zu verbessern und seine Lebenserwartung zu erhöhen, ist neben der medikamentösen Therapie eine ausgewogene Ernährung notwendig und die Entwicklung von Fettleibigkeit zu vermeiden, da Übergewicht eine zusätzliche Belastung für das durch die Krankheit geschwächte Knochensystem darstellt.
Wenn Ihr Kater Anzeichen einer Osteochondrodysplasie hat, muss seine Ernährung besonders sein. Die Ration muss zwingend spezielle Ergänzungsmittel enthalten, die zur Stärkung von Knochen- und Knorpelgewebe beitragen: Kalzium, Phosphor, Eisen, Jod, B-Vitamine. Dies verhindert die Möglichkeit von Frakturen und verlangsamt degenerative Prozesse.

Tierärzte halten für Katzen mit OHD (Osteochondrodysplasie) die natürliche, hausgemachte Ernährung für die beste Option. Wenn dagegen Fertigfutter verwendet wird, sollte man spezielle Komplexe wählen, die für Tiere mit Erkrankungen des Bewegungsapparats bestimmt sind. Solche Komplexe enthalten alle notwendigen Vitamine, Makro- und Mikroelemente.
Osteochondrodysplasie bei der Schottischen Faltohrkatze ist kein Todesurteil. Bei rechtzeitig erkannter Pathologie, richtiger Behandlung und fachkundiger, fürsorglicher Pflege kann sich Ihr Haustier wohl fühlen und ein langes Leben führen.
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