Papillon (Kontinentaler Zwergspaniel)
Der Papillon, auch Kontinentaler Toy Spaniel genannt, war jahrhundertelang die Lieblingsrasse französischer Könige. Sein luxuriöses Äußeres wird nur noch durch seine erstaunliche Intelligenz ergänzt. Nicht umsonst zählt die Rasse zu den zehn intelligentesten unter den Begleithunden der Welt. Das Wort „Papillon“ bedeutet aus dem Französischen übersetzt „Schmetterling“, daher ist die Rasse auch als Schmetterlingshund bekannt.
Inhalt
Herkunftsgeschichte
Einige Experten neigen zu der Annahme, dass die ersten lustigen Schmetterlingshündchen vor über 8 Jahrhunderten in Niederlothringen auftauchten, einem Teil des Römischen Reiches, das auf dem Gebiet der heutigen Länder Belgien, Frankreich und den Niederlanden lag. Es ist schwierig, den genauen Zeitpunkt der Entstehung der Rasse zu bestimmen, aber man kann mit Sicherheit von ihrer engen Verbindung zu königlichen Dynastien und erstaunlichen Hofgeschichten sprechen.
Einer Legende zufolge vergötterte König Heinrich III. diese Hunde und gab einfach sagenhafte Summen, selbstverständlich aus der Staatskasse, für ihre Haltung und Zucht aus. Als ein Mönch den König besuchte, erhob einer der Hofhunde ein solches Gebell, dass man ihn aus den Gemächern entfernen musste. Dieses Bellen war ein Vorbote des Unheils. Der Mönch, der den Tod des Königs wollte, stieß ihm einen Dolch ins Herz. Nach Heinrich behielten Papillons ihren ehrenvollen Platz als Lieblinge vieler Monarchen nicht nur in Frankreich, sondern auch in Belgien, Italien und Spanien. Lange Zeit wurden sie sogar „Zimmerhündchen des Königs“ genannt.
Interessanterweise hat sich das moderne Erscheinungsbild, das die Vertreter der Rasse auszeichnet, kaum verändert. Dies lässt sich an einem Porträt der Königsfamilie erkennen, das Tizian im Jahr 1542 malte und auf dem die königlichen Haustiere abgebildet waren. Allerdings hatten damals die meisten Hündchen hängende Ohren.
Anfang des letzten Jahrhunderts kamen englische Hundezüchter auf die Idee, den Papillon mit einem Spitz zu kreuzen, und es ist zu sagen, dass diese Entscheidung sehr erfolgreich war. Infolgedessen wurde das Fell der „erneuerten“ Hunde gesünder und üppiger, es bekam einen seidigen Glanz, und die Ohren vieler Vertreter der Rasse wurden stehend. So wurden die kontinentalen Toy Spaniels mit stehenden Ohren Papillon genannt (vom französischen „Papillon“ — Schmetterling) und die mit hängenden Ohren — Phalene (vom französischen „Phalene“ — Motte).
Charakter
Diese kleinen Hündchen zeichnen sich durch ein sehr lebhaftes Temperament aus und sind ihrem Besitzer unglaublich treu. Entgegen der weit verbreiteten Meinung gehören sie keineswegs zu denen, die die Welt von den Armen ihres Besitzers aus beobachten. Papillons sind sehr energiegeladen mit einer deutlichen Vorliebe für die Jagd, allerdings nur auf ebenso winzige Lebewesen, wie zum Beispiel Schmetterlinge, Motten oder Fliegen. Im Welpenalter können sie ängstlich und zu eigenständig sein, daher sollte man der Erziehung und der Sozialisierung besondere Aufmerksamkeit widmen.
Die Hunderasse Papillon zeichnet sich durch einen sehr fröhlichen Charakter aus. Sie spielen gerne und versuchen, alle um sich herum, Menschen wie Tiere, in ihre Spiele einzubeziehen, mit denen sie sich meistens gut verstehen. Fürchten müssen sie sich nur vor großen Hunden, wenn diese aggressiv eingestellt sind. Die Zwergspaniel versuchen ständig in der Nähe ihres Besitzers zu sein, und ohne Aufmerksamkeit und Kommunikation können sie gereizt werden.
Sie binden sich so stark an den Besitzer, dass diese Bindung manchmal an eine Pathologie erinnert. Daher sollte man den Papillon nicht lange allein lassen. Das allein gelassene Tier kann aus Kummer und Langeweile in eine anhaltende Depression verfallen und manchmal sogar schwer erkranken. Im Umgang mit einem Haustier dieser Rasse sollte man Zärtlichkeit und Geduld zeigen, da es keine grobe Behandlung und Misshandlung toleriert. Übermäßig empfindlich können diese Hunde sogar auf geringfügiges Anschreien und Schimpfwörter in ihrer Richtung beleidigt sein.
Die Charakterzüge des Papillons ähneln in vieler Hinsicht den menschlichen. Die klugen Tiere haben ein erstaunliches Gedächtnis. Sie sind sehr gesellig und neugierig. Auf emotionaler Ebene können sie oft eine fast „menschliche“ Eifersucht auf alle Menschen und Tiere zeigen, die sich in der Nähe ihrer Besitzer befinden. Es ist jedoch zu bemerken, dass sich die Hunde dabei recht ruhig verhalten und nur im Falle einer Gefahr bellen können.
Von entscheidender Bedeutung für die Rasse Papillon ist die frühe Sozialisierung. Man beginnt, die Welpen an die Kommunikation zu gewöhnen, noch bevor sie die Augen öffnen, was mit ihrer gewissen Ängstlichkeit und Neigung zum Beißen bei Erschrecken zusammenhängt. Bei den Hunden sollte man einen ruhigen, vertrauensvollen Charakter entwickeln, und dann werden sie zu neugierigen, aber dennoch gelassenen Haustieren heranwachsen, die ohne große Angst auf Neues reagieren.
Training und körperliche Belastung
Vertreter der Rasse Kontinentaler Toy Spaniel gelten als eine der am leichtesten erziehbaren und gehorsamsten Hunde. Dank ihrer natürlichen Neugier kann man sie für fast alles interessieren. Das Einzige, was Anfängerbesitzer beachten sollten, ist die von erfahrenen Hundezüchtern beobachtete Neigung des Papillons zur Dominanz sowohl über andere Haustiere als auch über Menschen. Daher wird empfohlen, den Welpen von frühem Alter an zu erziehen und zu trainieren, wobei man ausreichend Zeit und Aufmerksamkeit darauf verwenden sollte.
Der Papillon merkt sich Kommandos ausgezeichnet und führt sie schnell aus, erlernt mühelos neue Fähigkeiten und wiederholt Übungen mit Freude. Es ist jedoch zu beachten, dass er sehr sensibel und sogar etwas nachtragend ist, daher sollte man gegenüber dem Papillon keine Aggression zeigen. Viel effektiver ist es, sanft und unaufdringlich zu handeln.
Die Erziehung von Hunden der Rasse Papillon sollte mit der Vermittlung der wichtigsten Verhaltensfähigkeiten in der Umwelt beginnen. Mit dieser verantwortungsvollen Maßnahme sollte man bereits in den ersten Lebensmonaten des Haustieres beginnen. Machen Sie sich keine Sorgen – der auf den ersten Blick unvernünftig wirkende Welpe versteht sehr schnell, was von ihm verlangt wird, und begreift erfolgreich die vom Besitzer erteilten Lektionen.

Gleichzeitig muss der Besitzer jedoch beharrlich vorgehen und dem Haustier mit strengem und selbstbewusstem Ton mitteilen, welche Kommandos es ausführen muss und welche Handlungen ihm verboten sind. Keine Handlung des Hundes sollte unbeachtet bleiben, indem man angemessen sowohl auf richtige als auch auf falsche Befolgung der Anweisungen reagiert. Auf diese Weise geben Sie dem Hund zu verstehen, „wer im Haus der Herr ist“.
Papillons benötigen keine besonderen körperlichen Belastungen. Für ein glückliches Leben und zur Erhaltung einer guten Form reichen ihnen aktive Spiele und tägliche Spaziergänge, die jedoch nicht zu lang sein sollten. Es ist sehr wichtig, den psychischen Zustand ängstlicher junger Hunde zu beobachten; wenn der Welpe verängstigt ist, sollte man ihn auf den Arm nehmen und an einen ruhigen, abgelegenen Ort bringen, wo er sich beruhigen kann.
Haltung und Pflege
In erster Linie sind Papillons dennoch dekorative Hündchen, die nicht an die Haltung im Freien gewöhnt sind, sich aber in der Wohnung wohlfühlen und keine zusätzlichen Mühen bereiten, daher kommen auch Anfänger mit ihnen zurecht. Mit anderen Tieren im Haus verstehen sie sich gut, lieben es, mit Kindern zu spielen, aber man sollte nur wohlerzogene Haustiere allein mit dem Kind lassen, die keine Angst vor lauten Geräuschen oder plötzlichen Bewegungen haben und das Kind auf keinen Fall beißen.
Wenn man den anmutigen „Schmetterlingshund“ betrachtet, der wie aus einem Bild entsprungen wirkt, könnte man meinen, dass er eine erhöhte und aufwendige Pflege benötigt. In Wirklichkeit stellt die Rasse keine besonderen Anforderungen an ihre Haltung.
Selbstverständlich benötigt das kleine Haustier, das erst kürzlich ins Haus gekommen ist, viel Aufmerksamkeit und Fürsorge von den Hausbewohnern. Der Welpe, der sich niedlich zusammenrollt und an ein Wollknäuel erinnert, muss gepflegt werden, indem man ihm all seine Herzenswärme und Zuneigung schenkt. Man muss bedenken, dass diese Tiere bereits in jungen Jahren so sensibel sind, dass sie die geringsten Anzeichen von Gereiztheit und Grobheit in der Stimme der Besitzer wahrnehmen. Eine „seelenlose“ Atmosphäre im Haus kann dazu führen, dass sich das Haustier in sich selbst zurückzieht und nicht mehr auf die Ereignisse um sich herum reagiert.
Die richtige Pflege der Welpen dieser Rasse besteht in der Einhaltung mehrerer grundlegender Bedingungen:
- Aufrechterhaltung eines sauberen und gepflegten Erscheinungsbildes – es wird eine regelmäßige Reinigung von Ohren, Augen und Nase empfohlen (das Fell erfordert besondere Aufmerksamkeit);
- richtig ausgewählte, gesunde Ernährung für den wachsenden Organismus;
- Tägliche Spaziergänge im Freien – mindestens zweimal täglich für 20-30 Minuten, in denen das Haustier einen Teil seiner Energie verbraucht, indem es sich an der frischen Luft austobt.
- Damit die Ohren schön aufrecht stehen, werden sie für etwa 2-3 Monate fixiert, indem sie mit Papierklebeband oder Pflaster beklebt werden.
Wenn es um erwachsene Tiere geht, bereitet die Pflege ebenfalls keine großen Mühen und erfordert keine zusätzlichen Anstrengungen. Die Fellpflege unterscheidet sich etwas von der üblichen, ist aber nicht allzu kompliziert. Die Vertreter der Rasse werden ein- bis zweimal pro Woche gebürstet, während des Fellwechsels jeden zweiten Tag. Neben dem saisonalen Fellwechsel können Hunde nach dem Säugen der Welpen haaren. Für das Baden von Papillons ist es wichtig, ein geeignetes Shampoo zu wählen, nach dem das schneeweiße Fell keinen gelben Farbton annimmt. Jedes ausgewählte Mittel muss sehr gründlich ausgespült werden.
Wenn der Hund gesund ist, benötigt das Fell keine zusätzliche Feuchtigkeit. Nur im Sommer kann die Anwendung von Feuchtigkeitsmasken und Conditionern erforderlich sein. Am Bauch und an den Pfoten, um die Ballen herum, wird empfohlen, das Fell aus hygienischen Gründen zu kürzen. Auch die Ohren werden regelmäßig überprüft; sie sollten sauber und trocken sein. Die Zähne der Tiere werden regelmäßig gereinigt, bei Bedarf werden die Krallen geschnitten.

Aussehen
Diese luxuriösen kleinen Hunde haben einen sehr harmonischen Körperbau. Das Fell wächst ständig, hat einen seidigen Glanz, ist aber nicht weich und ohne Unterwolle. Der Kontinental Toy Spaniel bewegt sich sanft und anmutig, als würde er seine 'aristokratische' Herkunft unterstreichen. Die Widerristhöhe sollte 28 cm nicht überschreiten. Vom Gewicht her unterscheidet man in der Rasse zwei Kategorien:
- Mini: 1,5-2,5 kg;
- Standard: 2,5-5 kg.
Der Kopf ist rund, der Übergang von der Stirn zur Nase ist deutlich sichtbar. Der Nasenrücken ist gerade. Die Schnauze ist leicht zugespitzt. Der Biss ist scherenartig und gut reguliert. Die großen mandelförmigen Augen sind relativ tief angesetzt, in der Regel dunkel. Augenlid, Nase und Lippen sind immer stark pigmentiert. Die Ohren sind groß, etwas nach hinten versetzt und mit auffälligem Abstand zueinander angeordnet, aufrecht, mit reichlich Fransen besetzt, breit angesetzt mit abgerundeten Spitzen. Wenn man einen Papillon-Welpen nach äußeren Merkmalen auswählt, sollte seine Nase schwarz, klein und rund sein. Von oben betrachtet wirkt sie etwas abgeflacht, obwohl sie einen geraden und ebenen Rücken hat.
Die Körperlänge ist etwas größer als die Höhe. Die Brust ist breit und tief. Die Gliedmaßen sind nicht zu lang, von vorne und hinten parallel gestellt. In der Farbe sind Flecken jeder Farbe erlaubt, aber die Grundfarbe am ganzen Körper außer dem Kopf ist weiß. Ein weißer Streifen in der Mitte der Stirn ist erwünscht. Der mittellange Hals ist im Nackenbereich leicht gebogen. Die Rute ist ziemlich befedert und erinnert an einen fließenden Brunnen, sie entspringt auf Höhe des Rückens. Im aktiven Zustand wirft der Hund sie über den Rücken oder die Hüfte. Eine zu einem Ring oder Halbring gerollte Rute oder eine flach auf dem Rücken liegende Rute ist ein Zeichen eines Rassefehlers.
Ernährung und Gesundheit
Bei der Fütterung von Papillons gibt es keine besonderen Regeln, außer denen, die auch für andere Hunde gelten. Die Nahrung sollte gesund und ausgewogen sein. Ob die Nahrung naturbelassen oder fertig zubereitet ist, spielt keine besondere Rolle, solange sie allen physiologischen Bedürfnissen des Hundes entspricht.
Besitzer von Papillons sollten beachten, dass die Vertreter der Rasse einen sehr guten Appetit haben und zu übermäßigem Fressen neigen, was nicht zugelassen werden sollte. Es muss ständig Zugang zu Trinkwasser vorhanden sein.
Wenn Sie Fertigfutter bevorzugen, sollten Sie in diesem Fall unbedingt hochwertige Holistic-Produkte oder zumindest Super-Premium-Futter verwenden.
Obwohl die Rasse sehr alt ist, sind keine besonderen Erbkrankheiten bekannt. Es gibt lediglich eine gewisse Veranlagung zu Augenlidverdrehung, Hornhautdystrophie, Katarakt und angeborener Taubheit. Papillons vertragen in der Regel eine Narkose sehr schlecht, und im höheren Alter erleiden sie häufig Knochenbrüche. Die Lebenserwartung beträgt bis zu 16 Jahre.
Fotos und Videos
Fotos von Hunden der Rasse Papillon:



Video über die Hunderasse Papillon
Lesen Sie auch:
- Englischer Cockerspaniel
- Amerikanischer Cocker Spaniel
- King-Charles-Spaniel (Toy-Spaniel) — Hunderasse
Kommentar hinzufügen