Schweizer Laufhund

Der Schweizer Laufhund ist eine große Jagdhunderasse, die ein bemerkenswertes Aussehen hat und für ihre Arbeitseigenschaften geschätzt wird: ausgezeichneter Geruchssinn, Ausdauer und Eifer. Sie werden für die Jagd auf Fuchs, Reh, Hase und Wildschwein eingesetzt. Sie sind aktiv, gehorsam, liebevoll und treu. Innerhalb der Rasse werden 4 Typen unterschieden: Luzerner Laufhund, Schwyzer Laufhund, Berner Laufhund und Jura Laufhund. Sie sind bis auf die Farbe praktisch identisch.

Schweizer Jura Laufhund

Herkunftsgeschichte

Der Schweizer Laufhund hat eine recht lange Geschichte. Bereits im Mittelalter war die Rasse für ihre Arbeitseigenschaften bekannt und weit über die Grenzen der Schweiz hinaus berühmt. Äußerlich hat sie sich seitdem kaum verändert, wie man an Zeichnungen auf Gobelins und Gemälden erkennen kann.

Schweizer Laufhunde wurden bei der Zucht von Estnischen, Finnischen Laufhunden, dem Hamilton Laufhund und anderen verwendet.

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts gab es 5 Typen von Schweizer Laufhunden: Berner, Luzerner, Schwyzer, Jura und Thurgauer. Für jeden wurde ein eigener Standard festgelegt. 1909 wurden die Beschreibungen aufgrund des Verschwindens des Thurgauer Laufhundes überarbeitet. Für die übrig gebliebenen vier wurde 1933 ein einheitlicher Standard angenommen. 1954 wurde die Rasse offiziell von der FCI anerkannt.

Verwendung bei der Jagd

Mit Schweizer Laufhunden jagt man Hase, Fuchs, Reh, seltener Wildschwein. Sie verfügen über einen ausgezeichneten Geruchssinn, Ausdauer, Eifer und eine unabhängige Arbeitsweise, sind aber dennoch recht gehorsam. Oft beginnen sie bereits im ersten Lebensjahr zu arbeiten. Sie können allein und in der Meute jagen.

Sie folgen der Fährte ruhig. Wenn sie auf Wild treffen, halten sie Abstand. Sie sind ausdauernd, intelligent und orientieren sich hervorragend im Gelände, daher können sie in fast jedem Revier jagen. Sie jagen mit Laut. Das Bellen ist laut und durchdringend.

Schweizer Luzerner Laufhund

Aussehen

Der Schweizer Laufhund ist ein kräftiger, mittelgroßer Hund mit ausdrucksstarker Schnauze und langen Hängeohren. Stark und ausdauernd. Geschlechtsdimorphismus ist ausgeprägt.

  • Widerristhöhe der Rüden: 49-59 cm;
  • Widerristhöhe der Hündinnen: 47-57 cm.

Der Schädel ist länglich, trocken, ziemlich rund. Stirnfurche und Falten am Schädel fehlen. Der Stop ist deutlich ausgeprägt. Die Schnauze ist schmal mit geradem oder leicht gewölbtem Nasenrücken. Der Nasenspiegel ist schwarz mit weit geöffneten Nasenlöchern. Die Kiefer sind kräftig. Das Gebiss ist ein Scherengebiss. Die Augen sind oval, mittelgroß, dunkel. Die Lidränder sind pigmentiert und liegen eng an. Die Ohren sind hängend, unterhalb der Augenlinie angesetzt, lang und reichen mindestens bis zur Nasenspitze. Der Hals ist lang mit loser Kehlhaut.

Der Körper ist kräftig, seine Länge verhält sich zur Höhe wie 1,15/1. Der Rücken ist gerade. Die Lende ist flexibel. Die Kruppe ist lang, leicht abfallend. Die Hüfthöcker sind nicht sichtbar. Die Brust ist tief und erreicht die Ellenbogen. Der Bauch ist mäßig aufgezogen. Die Rute ist mittellang, verjüngt sich zur Spitze und ist säbelförmig. Die Gliedmaßen sind muskulös, trocken, mit mittelstarkem Knochenbau. Die Pfoten sind rund, die Zehen gewölbt. Die Ballen sind fest und hart.

Die Haut ist elastisch, dünn. Das Haar ist kurz und liegt eng am Körper an. An Ohren und Kopf ist es feiner und kürzer.

Innerrassige Typen von Schweizer Laufhunden:

Je nach Farbe werden in der Rasse vier Typen unterschieden, die nach ihren Herkunftskantonen benannt sind:

  • Berner Laufhund – dreifarbig. Auf weißem Grund schwarze Flecken und leuchtend rotbraune Abzeichen. Schwarze Sprenkelung ist zulässig.
  • Jura Laufhund (Bruno) – schwarz mit leuchtend rotbraunen Abzeichen oder mit Sattelzeichnung. Kleine weiße Flecken, schwarze oder graue Sprenkelung sind zulässig.
  • Luzerner Laufhund – silberblau mit schwarzen Flecken oder schwarzem Mantel und mit leuchtend rotbraunen Abzeichen. Die Farbe entsteht durch eine Kombination aus grauen und weißen Haaren.
  • Schwyzer Laufhund – auf weißem Grund sind orangefarbene Flecken verteilt. Auf Weiß ist orangefarbene Sprenkelung zulässig. Auch einfarbig rot ist möglich.

Schweizer Laufhund (Schwyzer)

Charakter und Verhalten

Der Schweizer Laufhund ist anhänglich, folgsam und treu. Er bindet sich stark an alle Familienmitglieder und braucht Zuwendung. Mit Kindern kommt er gut aus, wenn er entsprechend erzogen wurde. Die meisten Vertreter der Rasse sind Fremden gegenüber freundlich, einige können Zurückhaltung zeigen, aber sie sind niemals aggressiv.

Jagdinstinkte zeigen sich bereits in sehr jungen Jahren.

Schweizer Laufhunde wurden während ihrer gesamten Existenz in großen Meuten gehalten und verstehen sich daher hervorragend mit anderen Hunden. Das Territorialverhalten ist schwach ausgeprägt. Wenn sich jemand dem Haus nähert, bellt der Hund, begrüßt den Ankömmling dann aber mit wedelndem Schwanz. Deshalb kann er nicht als guter Wachhund, geschweige denn als Schutzhund angesehen werden. Die Schweizer kommen gut mit Hauskatzen und anderen Tieren zurecht, aber das gilt nicht für jedes Tier außerhalb des Hofes.

Mit einem für Laufhunde typischen Charakter können die Schweizer eigensinnig und unabhängig sein. Insgesamt reagieren sie gut auf positive Trainingsmethoden. Sie brauchen eine konsequente und bestimmte Erziehung sowie eine vielseitige Sozialisation. Sie sind recht empfindlich und selbstständig. Nur ein enger Kontakt zum Besitzer ermöglicht es, einen gehorsamen Begleiter heranzuziehen.

Besonderheiten der Haltung

Schweizer Laufhund passt sich gut verschiedenen Lebensbedingungen an. Er fühlt sich in einem Einfamilienhaus mit großem Garten und in Gesellschaft anderer Jagdhunde am wohlsten. Eine ganzjährige Außenhaltung in einem geräumigen Zwinger mit gut isolierter Hundehütte sowie die Haltung in einer Wohnung sind möglich.

Benötigt sehr gute körperliche Bewegung. Arbeitshunde müssen regelmäßig trainieren, aber selbst als reine Haustiere sollten sie viel laufen können und ihre jagdlichen Talente in Spielen oder bei Spaziergängen ausleben können.

Der saisonale Fellwechsel ist mäßig. Ansonsten ist der Haarausfall gering. Das Fell reicht es, einmal pro Woche oder seltener zu bürsten. Gebadet wird nach Bedarf. Ohren und Augen sollten aufmerksam kontrolliert werden. Auch eine wöchentliche Zahnreinigung wird empfohlen. Die Krallen nutzen sich normalerweise von selbst ab.

Schweizer Laufhund Welpe

Gesundheit und Lebenserwartung

Über die Gesundheit der Schweizer Laufhunde gibt es nur wenige Informationen. Bekannt sind einige Erbkrankheiten:

  • Hüftgelenksdysplasie;
  • Ellenbogendysplasie;
  • Katarakt;
  • progressive Netzhautatrophie;
  • Entropium und Ektropium der Augenlider;
  • Patellaluxation;
  • Neigung zu Ohr- und Augeninfektionen.

Die erwartete Lebenserwartung beträgt 10-12 Jahre.

Wo kann man einen Welpen der Rasse Schweizer Laufhund kaufen?

In Russland gibt es nur wenige Schweizer Laufhunde. Der erste offizielle Wurf wurde 2017 von aus Tschechien importierten Hunden erzielt. Wer einen Welpen von arbeitstüchtigen Eltern erwerben möchte, sollte am besten über nationale oder Rasseclubs nach Züchtern suchen. In verschiedenen Ländern sind unterschiedliche Hundetypen beliebt. In Frankreich und der Schweiz sind beispielsweise die Bruno am häufigsten. In Italien trifft man häufiger auf den Schwyzer Laufhund.

Preis

In der Schweiz kostet ein Welpe des Schweizer Laufhundes 800-1200 Euro.

Fotos und Videos

In der Galerie kann man weitere Fotos von Schweizer Laufhunden sehen. Die ersten acht Aufnahmen zeigen Hunde der vier rassetypischen Varianten in der folgenden Reihenfolge: .

Video über die Hunderasse Schweizer Laufhund

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