Bulli (Amerikanischer Bulli)

Der Amerikanische Bulli ist eine sehr junge Hunderasse für Begleitzwecke. Hinter ihrem furchterregenden Äußeren verbirgt sich ein sanftmütiges Wesen und ein gutes Herz, jedoch nur solange die Familie in keiner Gefahr ist. Im Falle einer Bedrohung können Bullis ihre ganze Kraft und Stärke zeigen. In Russland und den GUS-Staaten ist die Rasse sehr selten, und die hohe Nachfrage nach Hunden führt zu einem ungerechtfertigt hohen Preis.

Amerikanischer Bulli Extrem

Herkunftsgeschichte

Die Arbeit an den amerikanischen Bulli begann in den späten 80er Jahren. Grundlage für die neue Rasse waren Amerikanische Staffordshire Terrier und Amerikanische Pitbullterrier des entsprechenden Typs. Kynologen nehmen an, dass an der Zucht auch Staffordshire Bullterrier, Englische Bulldoggen, Französische Bulldoggen und Altenglische Bulldoggen beteiligt waren. Die Dokumentation der Zuchtarbeit bleibt vertraulich.

Die Züchter wollten einen idealen Begleiter und Ausstellungshund schaffen, der äußerlich den ursprünglichen Rassen ähnelt, aber keine Aggression gegenüber anderen Tieren zeigt und nicht für Kämpfe oder Jagd eingesetzt werden kann. Während das Äußere kein Problem darstellte, bereitete der Charakter einige Schwierigkeiten, da man es keineswegs mit dekorativen Hunden zu tun hatte. In Amerika wurde die Rasse 2004 offiziell anerkannt.

Bully bedeutet aus dem Englischen übersetzt „Rowdy“ oder „Raufbold“.

Die Rasse ist anerkannt vom American Bully Kennel Club (ABKC), United Kennel Club (UKC), European Bully Kennel Club (EBKC) und einigen anderen. Die internationale kynologische Organisation hat es noch nicht eilig, den Bulli zu registrieren. Andere Namen der Rasse sind Amerikanischer Bulli-Pit oder Bullipit.

Video über die Hunderasse Amerikanischer Bulli

Aussehen

Der Amerikanische Bulli ist ein Hund mit imposantem, sportlichem Körperbau, der gleichzeitig Kraft und Beweglichkeit zeigt. Er ist kompakt, stämmig und muskulös. Die Größe ist mittel bis groß. Der Amerikanische Bulli sollte in guter Kondition sein, ohne Anzeichen von Fettleibigkeit. Größe und Gewicht sollten dem proportionalen, quadratischen Format entsprechen.

Der Rassestandard unterscheidet vier Varianten, die sich in der Größe unterscheiden. Für keinen der Typen gibt es strenge Gewichtsbeschränkungen.

  • Standard (Standart Bully) – der grundlegende Typ; die Hunde müssen allen im Standard beschriebenen Anforderungen entsprechen. Widerristhöhe Rüden: 43-51 cm, Hündinnen: 40-48 cm.
  • Pocket Bully. Die kleinsten Hunde. Widerristhöhe Rüden bis 43 cm, Hündinnen bis 40 cm. Im Übrigen entsprechen die Hunde der Beschreibung im Standard.
  • Classic (Classic Bully) — Hunde dieses Typs zeichnen sich durch ein leichteres Knochengerüst und geringeres Gewicht im Vergleich zum Standard aus. Ansonsten weisen sie alle Merkmale auf, die für einen Bully typisch sind. Mehr als andere ähneln sie dem American Pit Bull Terrier oder dem American Staffordshire Terrier. Widerristhöhe Rüden: 43-51 cm, Hündinnen: 40-48 cm.
  • Extreme (Extreme Bully) – dieser Typ unterscheidet sich vom Standard durch den Körperbau: massivere Struktur (stärkere Knochen), größeres Muskelvolumen und dementsprechend höheres Gewicht als Standard-Bullies. Der Extreme Typ folgt dem festgelegten Standard, mit Ausnahme weniger Punkte: Die Lippen dürfen nicht dicht anliegen, eine gewisse Lockerheit ist zulässig; am Hals kann eine leichte Wamme vorhanden sein; die Sprunggelenke sind leicht nach außen gedreht, eine leichte Überhöhung im Hinterhand ist akzeptabel.
  • XL (XL Bully) – ein Hundetyp, der sich hauptsächlich in der Größe unterscheidet. Rüden: 51-58 cm, Hündinnen: 48-56 cm. Für den XL Bully gelten dieselben Abweichungen wie für den Extreme Typ: Die Lippen dürfen nicht dicht anliegen, eine gewisse Lockerheit ist zulässig; am Hals kann eine leichte Wamme vorhanden sein; die Sprunggelenke sind leicht nach außen gedreht, eine leichte Überhöhung im Hinterhand ist akzeptabel.

Der Kopf ist klar konturiert, schwer, groß und breit. Die Wangenmuskulatur ist gut ausgeprägt, der Stopp ist deutlich und tief. Der Fang ist mittellang und breit. Die Länge ist geringer als die Breite, jedoch nicht so sehr, dass die normale Atmung beeinträchtigt wird. Die Konturen des Fangs sind quadratisch, der Nasenrücken ist gerade. Die Ohren können natürlich sein, sind jedoch häufiger kurz kupiert. Die Augen sind mandelförmig, weit auseinanderliegend, ziemlich tief eingesetzt, die Sichtbarkeit der Bindehaut sollte minimal sein. Die Kiefer sind sehr kräftig, Scherengebiss. Die Lippen liegen eng an, möglicherweise leichtes Herabhängen in den Winkeln. Die Nase ist breit mit gut geöffneten Nasenlöchern. Der Nasenschwamm kann jede Farbe außer hellrosa haben. Augen vorzugsweise dunkel.

Der Hals ist schwer, leicht gewölbt und verbreitert sich zu den Schultern. Die Schultern sind kompakt, kräftig und muskulös, weit gestellt und gut zurückliegend. Der Oberarm ist genauso lang wie das Schulterblatt, mit dem er in einem Winkel von 35-45° verbunden ist. Die Unterarme und Vorderfußwurzeln sind gerade und kräftig. Der Körper ist massiv, mittellang. Er vermittelt den Eindruck großer Stärke für seine Größe. Die Rippen sind gerundet. Die Brust ist sehr breit aufgrund des weiten Abstands der Vorderläufe, tief und gut gefüllt. Der Rücken ist kurz, gerade oder mit leichter Neigung zur Rutenwurzel. Die Hinterläufe sind muskulös, Winkelung und Breite des Standes sollten im Gleichgewicht mit den Vorderläufen sein. Von hinten betrachtet sind die Läufe gerade und parallel. Die Rute ist tief angesetzt, verjüngt sich zur Spitze und reicht etwa bis zum Sprunggelenk. Im Stand wird sie nach unten getragen, während der Bewegung auf Höhe der Oberlinie gehalten.

Das Fell ist kurz, dicht, fühlt sich hart an, sollte glänzend sein, ohne Anzeichen von kahlen Stellen. Alle Farben sind erlaubt, außer Merle.

American Bully Größen

Charakter

Der American Bully ist ein fröhlicher, kontaktfreudiger, ausgeglichener und selbstbewusster Hund mit einer freundlichen Einstellung zum Menschen. Er bindet sich stark an alle Familienmitglieder, betrachtet jedoch nur eine Person als seinen Besitzer. Er kommt gut mit Kindern zurecht. Das Interesse am Leben, die Bereitschaft, dem Besitzer in allem zu gefallen, und die enge Bindung zur Familie machen den American Bully zu einem ausgezeichneten Begleiter und Familienhund. Der Bully ist ein intelligenter Wächter und zuverlässiger Beschützer, bekannt für seine Loyalität und Toleranz gegenüber Fremden, bis diese die Grenzen des Erlaubten überschreiten. In normaler Umgebung ist er nicht aggressiv und provoziert selten Konflikte. Im Bedarfsfall reagiert er blitzschnell, verteidigt Familienmitglieder und Eigentum vehement und selbstlos.

Bei guter Sozialisierung verstehen sich American Bullies recht gut mit anderen Tieren. Züchter versuchen, die Aggressivität gegenüber anderen Hunden zu beseitigen, jedoch bleibt dieses Merkmal bei einigen Tieren stark ausgeprägt. Der Bully hat eine hohe Schmerzschwelle, die er von seinen Kampfhund-Vorfahren geerbt hat.

Der American Bully ist nicht die beste Wahl als erster Hund. Er ist nicht für passive Menschen geeignet; der Besitzer muss dem Charakter des Hundes entsprechen, ruhig, selbstbewusst und konsequent sein.

Erziehung und Training

Der American Bully ist gut trainierbar und verfügt über ein hohes Maß an Intelligenz. Er ist lernfähig und bestrebt, dem Besitzer zu gefallen. Beim Training reagiert er am besten auf Belohnung.

Für den Bully ist eine frühe Sozialisierung sehr wichtig: die Gewöhnung des Hundes an neue Menschen und Gerüche, das Erlernen eines freundlichen Umgangs mit anderen Tieren. Bei der Erziehung ist es wichtig, eine vertrauensvolle Beziehung zum Hund aufzubauen, dabei aber für ihn der Anführer, der Leitwolf zu bleiben, dessen Führung er bedarf. Der Bully sollte mäßig streng erzogen werden, ohne körperliche Gewalt. Das Training der Welpen mit Kommandos beginnt früh zu Hause. Ab 6 Monaten ist der Besuch von Gehorsamkeitskursen empfehlenswert. Man sollte sich nicht vor dem Alter von 2 Jahren mit Schutzdienst beschäftigen, da dies die Psyche des Hundes negativ beeinflussen kann.

Der Bully ist ein zu ernsthafter Hund, um das Training dem Zufall zu überlassen. Trotz seiner Freundlichkeit und fehlenden Bosheit kann der Hund, wenn er in unerfahrene Hände gerät, unerwünschte Eigenschaften der Rasse zeigen, insbesondere wenn es sich um junge Rüden handelt.

Besonderheiten der Haltung

Der Bully eignet sich nur in Ländern mit mildem Klima und warmen Wintern für die Zwingerhaltung. Ein Hund mit glattem Fell verträgt Frost nicht gut. Außerdem benötigt der Bully ständigen Kontakt mit Menschen. Er lebt gerne in einem Privathaus und passt sich schnell an eine Wohnung an. Bei gutem Auslauf ist er ein problemloser, sauberer Begleiter, ein Freund für Kinder und ein zuverlässiger Beschützer. Der saisonale Haarwechsel ist mäßig ausgeprägt und bei guter Pflege und regelmäßigem Bürsten nahezu unsichtbar. Hunde mit hängenden Lefzen zeigen eine leichte Sabberneigung.

In der kalten Jahreszeit sollte der Bully vor Spaziergängen bei positivem Wetter warm eingepackt werden, geeignet sind Decken und Overalls mit Fellfutter.

Der American Bully benötigt gute körperliche Bewegung, Spaziergänge von mindestens einer Stunde täglich. Idealerweise sollte es ein sicherer Ort sein, an dem der Hund ohne Leine rennen und spielen kann.

Hund der Rasse American Bully

Pflege

Die Pflege des American Bully ist sehr einfach. Es reicht aus, den Hund einmal pro Woche oder seltener mit einer speziellen Bürste oder einem Handschuh für kurzhaarige Hunde zu bürsten. Gebadet wird nach Bedarf, jedoch höchstens einmal im Monat. Regelmäßig werden die Ohren gereinigt und die Krallen geschnitten. Aufgrund der Neigung zur Zahnsteinbildung wird empfohlen, den Welpen frühzeitig an das Zähneputzen zu gewöhnen und diese Prozedur ein Leben lang mindestens zweimal pro Woche durchzuführen.

Ernährung

Die Wahl der Fütterungsmethode bleibt dem Besitzer überlassen. Bullys passen sich gleichermaßen gut an Fertigfutter oder natürliche Ernährung an. Man sollte ihren hohen Proteinbedarf berücksichtigen; die Ration sollte etwa 70 % Fleisch und Innereien enthalten. In der Phase des aktiven Wachstums wird die Ration durch Vitamin- und Mineralstoffpräparate ergänzt. Industriefutter sollte der Premiumklasse oder höher angehören. Rationen für mittelgroße und große aktive Hunde sind geeignet.

Gesundheit und Lebenserwartung

Der American Bully ist in der Regel robust und gesund, jedoch gibt es in der Rasse eine genetische Veranlagung für bestimmte Krankheiten:

Angesichts des Risikos von Herzerkrankungen sollte der Bully jährlich einer medizinischen Untersuchung unterzogen werden, die eine Konsultation beim Kardiologen umfasst. Der Hund wird nach den üblichen Schemata geimpft und regelmäßig gegen innere und äußere Parasiten behandelt. Die Lebenserwartung liegt normalerweise bei 12-14 Jahren.

Auswahl eines Welpen der Rasse Amerikanischer Bulli

In Amerika sind Bullys sehr verbreitet, sie werden geliebt und geschätzt. In Europa und Russland gewinnt die Rasse erst an Popularität und ist unter Hundezüchtern noch wenig bekannt. In großen Städten gibt es bereits Zuchtstätten, aber der Bestand bleibt immer noch sehr gering. Einerseits ist das gut, denn es erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Hunde mit guten Blutlinien und stabiler Psyche in der Zucht eingesetzt werden.

Es ist manchmal schwer, einen echten Bully-Welpen von einem amerikanischen Pitbull ähnlichen Typs zu unterscheiden. Dies nutzen Betrüger aus, die Pitbullterrier- oder Amstaff-Welpen als neue teure Rasse verkaufen.

Nach der Entscheidung für eine Zuchtstätte oder einen Züchter müssen Sie die Echtheit der Hundeunterlagen überprüfen, die Elterntiere der Welpen kennenlernen und deren Temperament und Erscheinungsbild beurteilen. Die Welpen sollten äußerlich gesund, aktiv und freundlich sein, ohne Anzeichen von Aggression oder Ängstlichkeit. Bereits im Alter von 2–3 Monaten kann die Übereinstimmung mit dem Standard in vielen Punkten festgestellt werden. Unerfahrenen Hundehaltern wird empfohlen, die Hilfe eines Kynologen in Anspruch zu nehmen.

Preis

Der durchschnittliche Preis für einen American Bully Welpen in Russland beträgt 1.500 €. Der Preis wird durch Exterieur, Abstammung und die geografische Lage der Zuchtstätte beeinflusst. Das Interesse an der Rasse ist nicht gering, und oft gibt es eine lange Warteliste für Welpen, was ihren Wert noch weiter erhöht. In europäischen Zuchtstätten kostet ein reinrassiger Bully-Welpe etwa 1.000 €, aber selbst unter Berücksichtigung der Lieferkosten ist der Welpe oft günstiger als im Heimatland.

Fotos

Fotos von Welpen und erwachsenen Hunden der Rasse American Bully sind in der Galerie zusammengestellt.

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