Bakhmul
Bakhmul – ein Jagdwindhund, der eine Varietät des einheimischen Afghanischen Windhundes ist und in der Heimat die beliebteste und wertvollste Rasse darstellt. Der Bakhmul ist ein stattlicher, eleganter Hund mit schönem, langem Fell in falber Farbe. Er besitzt ausgeprägte Jagdeigenschaften und einen korrekten Körperbau, die es ihm ermöglichen, gute Arbeitsleistungen zu zeigen. Der Charakter ist angenehm, typisch für einen Windhund, und das Wesen ist stabil. Er erfordert regelmäßige, aber unkomplizierte Pflege.

Inhalt
Herkunftsgeschichte
Urheimat der Bakhmuls ist Pandschab, die zweite Heimat ist Afghanistan. In den Gebirgszügen Zentral- und Mittelasiens haben sich die einheimischen Windhunde unter Hochgebirgsbedingungen entwickelt und wurden für die Jagd auf Ziegen, Schafe, Füchse, Wölfe und Wildkatzen eingesetzt. Heute sind Hunde vom Typ Bakhmul in der Grenzregion zwischen Pakistan und Afghanistan nur noch sehr selten anzutreffen. Ihre wichtigsten Eigenschaften sind seidig-samtenes langes Fell und die Fähigkeit, auf Bergwild zu jagen. Aufgrund politischer und wirtschaftlicher Umstände wird in Afghanistan derzeit keine Zuchtarbeit betrieben. Die einheimischen Afghanischen Windhunde konnten in Russland erhalten werden, wo seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts die Zucht importierter Hunde betrieben wird. In Mitteleuropa geht man mit ihnen auf Hasen, Füchse und Wölfe.
Ihren Namen erhielt die Rasse wegen ihres seidenen Fells. Das Wort „Bakhmul“ bedeutet aus dem Dari übersetzt „samten“.
Ende der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts brachten sowjetische Militärangehörige Windhunde mit Abstammungsnachweisen aus Afghanistan mit. Diese Hunde legten den Grundstein für die Linie der afghanischen einheimischen Windhunde der Militärkynologischen Gesellschaft und von Dynamo. 1985 wurde für die Rasse Einheimischer Afghanischer Windhund ein Standard entwickelt und verabschiedet. Parallel dazu betrieb der Verein „Blaues Tal El Bark“ die systematische Zucht afghanischer einheimischer Windhunde vom Typ Bakhmul mit der Festigung von Exterieur- und Arbeitseigenschaften (Prüfung an freilebendem Wild). Der Begründer der Linie war der Rüde namens Rad-o-Bark (Donner und Blitz). Der Standard für die Rasse Bakhmul wurde 1997 angenommen.
Somit ist der Bakhmul eine russische Zuchtlinie von Windhunden aus Afghanistan. Es wäre nicht angebracht, sie als eine einheimische afghanische Rasse zu bezeichnen.
Jagd mit Bakhmulen
In der historischen Heimat des Bakchmuls werden Windhunde zur Jagd auf Argali, Steinböcke, Wildkatzen, Wölfe sowie kleineres Wild (Hase, Fuchs, Kaninchen) eingesetzt. Mehrere Hunde werden von Reitern begleitet. Sobald sie ein Tier erspähen, lassen sie die leichtesten und schnellsten Hunde auf es los, die die Beute einholen und umstellen, aber nicht angreifen. Die Treibwindhunde warten auf den Anführer – einen kräftigen und furchtlosen Rüden, der herantritt und das Tier an Ort und Stelle packt oder es festhält, bis der Jäger eintrifft.
Springvermögen und Wendigkeit erlaubten den afghanischen Windhunden, sich relativ sicher über Felsen und Spalten zu bewegen.
Der Bakchmul hat sich hervorragend an die Arbeit in der mittleren Zone Russlands angepasst. Er wird zur Jagd auf Fuchs, Hase und in einigen Regionen auf Huftiere eingesetzt. Er bewegt sich problemlos auf festem Boden und Eiskruste. Schwieriger hat er es auf durch Regen aufgeweichtem Boden und bei Schnee mit einer Tiefe von mehr als 20 cm. Mit dem Bakchmul wird bei Temperaturen bis zu -15 °C gejagt. Hat er die Beute gefangen, sitzt er und wartet auf den Besitzer. Er arbeitet im Paar, allein oder in einem kleinen Rudel. Mit Leichtigkeit nimmt er einen Hasen auf 70 m.
Der Bakchmul jagt stets für seinen Besitzer, daher ist die Einstellung zur gefangenen Beute ruhig. Wenn Hunde die Beute fraßen, wurden sie von der Zucht ausgeschlossen.
Bei der Annäherung an das Tier knurrt der Bakchmul oft bedrohlich oder bellt sogar. Damit zeigt er seinen Siegeswillen und die Härte seiner Absichten. Seine Geschwindigkeit und Wendigkeit sind sehr gut, Ausdauer, Zähigkeit und Eifer sind unerschöpflich. Der Bakchmul ist so sehr von der Jagd eingenommen, dass er einen Hasen sogar im Wald weiterverfolgen kann.

Aussehen
Bakchmul – ein harmonisch gebauter, ziemlich großer Windhund, hochvorderläufig, muskulös mit stolzer Haltung und samtenem Fell von hellgelber Farbe. Dehnungsindex 103–105. Geschlechtsdimorphismus ist ausgeprägt.
- Widerristhöhe der Rüden: 68–73 cm.
- Widerristhöhe der Hündinnen: 65–70 cm.
Kopf langgestreckt, Schädel nicht sehr schmal mit ausgeprägtem Hinterhauptsbein, Augenbrauenbögen und einer Furche zwischen den Augen. Stopp sanft. Fang voll, gerade oder mit leichter Wölbung. Kiefer kräftig, gut entwickelt. Zahnformel vollständig, Scherengebiss. Augen dunkel. Pigmentierung von Nase und Lippen dunkel. Ohren lang, hängend, angesetzt auf Höhe des oberen Augenwinkels oder etwas höher. Augen mandelförmig mit schrägem Schnitt. Nasenschwamm groß, schwarz mit breiten Nasenlöchern. Hals muskulös, kräftig, lang, mit einer Biegung in die Schultern übergehend.
Brust tief, breit, verjüngt sich nach unten. Widerrist ausgeprägt, kräftig. Widerristhöhe übertrifft die Lendenhöhe um 3–4 cm. Rücken kräftig, breit mit einer leichten Senke. Bauch aufgezogen ohne Unterbrechung. Vordergliedmaßen trocken, gerade, parallel, muskulös. Hintere mit langen Hebeln und gut entwickelten Winkeln. Pfoten oval, Zehen lang, fest geschlossen. Krallen zum Boden gerichtet. Rute hoch angesetzt und getragen, in einem Ring oder Halbring gehalten, verjüngt sich zur Spitze.
Das Fell des Bakchmuls ist gerade, fein, seidig, lang, praktisch am ganzen Körper des Hundes. Kurz auf der Vorderseite der Brust, am Hals, an der Schnauze, auf der Stirn und am Rücken, wo es den sogenannten 'Sattel' bildet. Farben:
- Fahl mit Lohabzeichen. An der Schnauze, den Flanken, der Brust, dem Bauch und den Gliedmaßen geht es in einen helleren Farbton über (weißlich oder weiß);
- Elfenbein;
- weiß;
Der Sattel ist immer dunkler (fahl oder grau).
Charakter und Verhalten
Der Bakhmul zeichnet sich durch ein starkes, ausgeglichenes Gemüt und ein ruhiges Wesen aus. Es sind fröhliche, wachsame Hunde mit ausgeprägten Führungsqualitäten und guten Wachhundeigenschaften, was für Windhunde untypisch ist. Im Alltag sind sie ruhig und menschenfreundlich. Sie sind sehr reinlich und absolut unaufdringlich, aber dennoch außergewöhnlich an alle Familienmitglieder und das Zuhause gebunden. Die Bewachung von Eigentum und Besitzer ist für einen Windhund untypisch, dennoch gab es Fälle, in denen ein Bakhmul zur Verteidigung bereitstand.
Im Feld ist der Bakhmul flink und beweglich, verfügt über eine unglaubliche Wendigkeit und Sprungkraft, gute Sehkraft und einen feinen Geruchssinn. Zu Hause ist er ein ruhiger Couchpotatoe und Komfortliebhaber.Welpen des Bakhmul benötigen eine sehr frühe Sozialisation und regelmäßige Spaziergänge. Vieles hängt davon ab, wie ausgeglichen und gesund sie heranwachsen. Der Besitzer wird viel Zeit in die Erziehung investieren müssen. Eine typische Gebrauchshundeausbildung ist für diese Rasse nicht geeignet. Der Bakhmul ist mit natürlichem Scharfsinn und außergewöhnlicher Intelligenz ausgestattet. Es ist ein in seinem Urteil und Verhalten eigenständiger Hund, der niemals ein Sklave sein wird, sondern nur ein gleichberechtigter Freund und Kamerad.
Bei entsprechender Erziehung verträgt er sich gut mit anderen Haustieren, lässt Vieh und Geflügel in Ruhe. Gegenüber fremden Hunden verteidigt er sein Revier. Im Beruf und im Alltag ist der Bakhmul ein wahrer Aristokrat mit ausgeprägtem Selbstwertgefühl. Er schätzt Freiheit und Unabhängigkeit, aber am meisten den Wettkampf mit dem Tier während der Jagd.

Besonderheiten der Haltung
Der Bakhmul wird sich häuslicher Behaglichkeit nicht verweigern, aber eine optimale Haltung für ihn ist die in einem geräumigen Zwinger mit isolierter Hundehütte oder in einem separaten Raum mit freiem Zugang zum Hof. Das Fell der Bakhmul hat keine Unterwolle, aber es kann den Hund vor Hitze und Kälte schützen und hat keinen spezifischen Geruch.
Mit den Bakhmul muss man regelmäßig aufs Feld fahren, damit sie ihre Arbeitsform erhalten können. Der mechanische Hase kann den freien Lauf nicht immer ersetzen. Zudem sind kluge Windhunde nicht immer bereit, einem Lappen nachzujagen, oder sie erledigen die Aufgabe ohne Interesse. An jagdfreien Tagen muss der Bakhmul ohne Leine fern von Straßen ausgeführt werden, vorzugsweise auf dem Feld.
Der Bakhmul beschränkt sich selbst in der Nahrungsaufnahme und neigt daher nicht zu Übergewicht. Er frisst etwa 0,5 kg Futter pro Tag. Traditionell wurden die Hunde in Afghanistan mit magerem Hammelfleisch auf Knochen und Weizenbrot mit Milch gefüttert. Heute bevorzugen viele Besitzer fertiges Trockenfutter.
Pflege
Das lange Fell des Bakhmul erfordert keine aufwendige Pflege. Es genügt, es gelegentlich zu bürsten, unbedingt nach Spaziergängen auf dem Feld. Gebadet wird bei Bedarf, in der Regel alle 2-3 Monate. Achten Sie unbedingt auf die Länge der Krallen, die Sauberkeit von Ohren, Augen und Zähnen.

Gesundheit und Lebenserwartung
Bakhmuli sind gesunde, kräftige und ausdauernde Hunde. Bei guten Haltungsbedingungen, richtiger Ernährung und rechtzeitigen tierärztlichen Vorsorgemaßnahmen werden sie praktisch nicht krank. Die erwartete Lebensdauer beträgt 12-14 Jahre.
Wo kann man einen Welpen kaufen?
Im Gegensatz zum dekorativen Afghanischen Windhund kann man die einheimischen Hunde und ihre Nachkommen in Russland an einer Hand abzählen. Wenn Sie einen Bakhmul-Welpen kaufen möchten, wenden Sie sich am besten an den Club 'Golubaja Dolina El Bark', dessen Präsidentin Gerasjowa Natalja Pawlowna ist, eine Kynologin für orientalische Windhunde.
Fotos und Videos
In der Galerie können Sie weitere Fotos von Vertretern der Rasse Bakhmul sehen. Wie auf den Bildern zu sehen ist, sind alle Hunde von heller Farbe, mit schönem langem Fell, stattlich und elegant. Auf dem zweiten Foto ist der Begründer der Rasse Bakhmul, Rad-o-Bark, im Alter von 15 Jahren.
Video über die Rasse Bakhmul
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