Darmparasiten bei Katzen

Darmparasiten bei Katzen können die Ursache für Durchfall sein; die Gründe können unterschiedlich sein. Eine häufige Ursache ist die Infektion mit einzelligen Darmparasiten. Um herauszufinden, welche dieser Parasiten bei Katzen am häufigsten vorkommen, untersuchten Wissenschaftler der Veterinärmedizinischen Universität Wien in Österreich etwa 300 Katzen.

Durchfallerreger bei Katzen

Die häufigsten Durchfallerreger sind die sogenannten Giardien. Eine der gefundenen Arten von Giardien kann auf den Menschen übertragen werden.

Barbara Hinney und ihre Kollegen vom Institut für Parasitologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien führten in ganz Österreich eine Studie durch, bei der 298 Kotproben von Katzen auf einzellige Darmparasiten, die sogenannten Protozoen, untersucht wurden. Die Proben stammten von Katzen aus Privathaushalten, Katzenzuchten und Tierheimen. Mindestens 56 der 298 Katzen waren mit Darmparasiten infiziert.

Parasitäre Infektionen treten häufig in Haushalten mit vielen Katzen auf.

Besonders hoch ist das Risiko einer Infektion mit Darmparasiten in Haushalten, in denen viele Katzen leben. Auch Kätzchen sind sehr anfällig für Darmparasiten, da sie noch keine Immunität entwickelt haben. Die Tiere scheiden die Parasiten wieder aus und infizieren so andere Katzen. Daher ist das Infektionsrisiko in Haushalten mit vielen Katzen laut Hinney höher.

Mögliche Übertragung der Infektion von der Katze auf den Menschen

Während der Studie wurden bei über 12 Prozent der Katzen Giardien nachgewiesen. Sie werden von den Tieren in Form von Zysten ausgeschieden, gelangen beispielsweise bei der Nahrungsaufnahme in den Dünndarm und können sich dort vermehren. Mit dem Kot werden diese Zysten ausgeschieden und gelangen wieder in die Umwelt. „Wir haben Arten von Giardien gefunden, die nur bei Katzen vorkommen. Eine der gefundenen Arten kommt jedoch auch beim Menschen vor, daher ist eine Übertragung von Giardien von der Katze auf den Menschen nicht ausgeschlossen“, erklärt Hinney.

„Eine besondere Gefahr besteht hier für Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Viele Giardien-Infektionen beim Menschen werden von Mensch zu Mensch übertragen. Dies geschieht häufig bei Reisen in heiße Länder, zum Beispiel nach Indien. In diesen Fällen erfolgt die Infektion oft über Trinkwasser“, sagt Hinney.

Bei vielen Katzen verläuft eine Giardien-Infektion asymptomatisch, aber in manchen Fällen können Durchfall, Übelkeit und Bauchschmerzen auftreten.

Hygiene in Katzenhaltungen

«Zysten von Giardien sind sehr widerstandsfähig und schwer wieder loszuwerden, daher besteht nach erfolgreicher medikamentöser Behandlung die Gefahr einer erneuten Infektion», sagt Hinney. Um Katzen erfolgreich von Giardien zu befreien, sollten bestimmte Hygieneregeln eingehalten werden. Die mit dem Kot ausgeschiedenen Giardienzysten überleben besonders gut in feuchtem und heißem Klima. Hinney empfiehlt, Decken und Unterlagen, mit denen die Tiere in Kontakt kommen, bei mindestens 60 Grad zu waschen. Katzennäpfe sollten regelmäßig in heißem Wasser gewaschen und getrocknet werden.

Katzenkot sollte in den Mülleimer geworfen und nicht in die Toilette gespült werden, da Giardien durch Wasser übertragen werden. Manchmal kann eine Giardien-Infektion trotz konsequenter Anwendung dieser Maßnahmen nicht beseitigt werden.

Es sollte ein Tierarzt konsultiert werden, ob auf eine Behandlung verzichtet werden kann, wenn die Katze trotz Giardien-Therapie weiterhin Giardien ausscheidet, ohne Krankheitssymptome zu zeigen. Allerdings ist zu beachten, dass ein infiziertes Tier ohne Krankheitsanzeichen ein Überträger der Infektion auf andere ist.

Weitere Durchfallerreger, die in Katzenhaltungen gefunden wurden

Darüber hinaus bestätigten Parasitologen bei einer Katze das Vorhandensein von Trichomonaden als Durchfallerreger. Trichomonaden verursachen bei Tieren Durchfall und Blähungen, werden aber nicht von ihnen auf Menschen übertragen.

12 Katzen waren mit Kokzidien infiziert. Diese Parasiten kommen hauptsächlich bei Jungtieren (Kätzchen) vor. Bei fünf Tieren wurde Kryptosporidiose festgestellt. Dabei wurden nur die Kokzidienarten gefunden, mit denen sich ausschließlich Katzen infizieren.

«Bei starkem Durchfall verliert die Katze sehr viel Flüssigkeit, daher ist es sehr wichtig, diese zu ersetzen. Für viele parasitäre Infektionen gibt es Medikamente, die auch zur Vorbeugung von Kryptosporidiose eingesetzt werden können», sagt Hinney.

Dieser Artikel wurde in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift für Parasitologie veröffentlicht.

Autoren des Artikels: Barbara Hinney, Christina Ederer, Karina Stengel, Katrin Wilding, Gabriella Strikolkowa, Josef Harl, Eva Flaxi, Hans-Peter Furrer und Anja Jochim.

Übersetzt von O. V. Ryndina.

Lesen Sie auch:



1 Kommentar

  • Wir hatten einmal eine Katze, die erbrach und Durchfall hatte, zusammen mit Würmern. Wir gingen zum Arzt, der sagte, wir sollten der Katze Dironet geben. Ich hätte nicht erwartet, dass sich die Katze innerhalb eines Tages erholen könnte. Sie war sehr schlapp, aber nachdem wir das Medikament gegeben hatten, wurde sie sofort viel munterer.

    1
    2

Kommentar hinzufügen

Katzenerziehung

Hundeerziehung