Warum der Waschbär so heißt
Die Vertreter der Familie der Hundeartigen – die Waschbären – überraschen mit ihrer Unwiderstehlichkeit, gewinnen durch ihre Geschicklichkeit und Schönheit immer mehr Beliebtheit bei Liebhabern von Haustieren. Die Gattung der Waschbären (Procyon) umfasst 4 Arten, zwei davon wurden nach ihren Verbreitungsgebieten benannt, eine aufgrund ihrer besonderen Ernährung und die letzte aufgrund einer ungewöhnlichen Verhaltensgewohnheit. Warum heißt der Waschbär so?

Was ist der Waschbär?
Die Arten der Waschbären (Cozumel-Waschbären, Guadeloupe-Waschbären, Krabbenwaschbären und Waschbären) unterscheiden sich äußerlich kaum. Ähnlich in Aussehen und Körperbau, aber kleiner, sind die in Amerika lebenden Kakomitzlis, Nasenbären (Coati), Wickelbären und Olingos.
Die häufigste Art der Procyon ist der Waschbär mit dem lustigen Namen «Waschbär». Es ist ein kleines Raubsäugetier, dessen Körperlänge 45-60 cm beträgt und das Gewicht zwischen 5 und 12 kg liegt. Der Körperbau des Waschbären ist gedrungen, stämmig, die Gliedmaßen sind kurz, die Vorderpfoten haben flexible, menschenähnliche Finger, die Hinterpfoten haben einen um 180 Grad drehbaren Fuß.

Diese Tiere haben ein sehr lustiges Gesicht: Von der Stirn bis zur Nasenspitze verläuft ein dunkler Streifen, und um die Augen herum dunkle Kreise, die an eine Brille erinnern. Insgesamt sieht es aus wie eine Banditenmaske. Das Fell dieses Tieres ist mittellang, aber mit sehr dichter Unterwolle, die Färbung ist meist dunkelgrau oder braun. Der Schwanz ist buschig, mit dunklen und hellen Streifen verziert und erinnert an den Stab eines Verkehrspolizisten.
Der Waschbär richtet seine Behausungen in Baumhöhlen ein, meist in der Nähe von Gewässern und Sümpfen. Er siedelt sich oft in der Nähe von Siedlungen an und überfällt Bauernhöfe und Häuser. Die Nachbarschaft zum Menschen hilft ihm, sich zu ernähren und seine unstillbare natürliche Neugier zu befriedigen.
Tagsüber schläft der Waschbär, nachts geht er auf Nahrungssuche. Im Frühjahr und in der ersten Sommerhälfte bestehen seine Nahrungsgrundlage aus Fischen, Amphibien, kleinen Nagetieren, Insekten, Würmern und Vogeleiern. Gegen Herbst wechselt dieses Allesfresser-Tier zu einer pflanzlichen Ernährung aus Früchten, Beeren, Eicheln und Nüssen.

Der Waschbär ist mutig, schlau und sehr neugierig. Aufgrund seines kämpferischen Wesens und der großen Anzahl stärkerer Raubtiere leben Waschbären in freier Wildbahn nicht länger als 5 Jahre, in Gefangenschaft haben sie eine viel längere Lebenserwartung von 15-20 Jahren.
Warum waschen Waschbären ihr Futter?
Der Waschbär wird «Waschbär» genannt, weil er die Angewohnheit hat, sein Futter zu «waschen», bevor er es frisst. Diese Verhaltensweise ist seit langem bekannt und spiegelt sich auch im lateinischen Namen des Tieres wider — Procyon lotor (aus dem Lateinischen übersetzt «waschbär»). Solche Handlungen sind angeboren; der Reflex hat sich aufgrund seiner Nützlichkeit gefestigt und ist so stark, dass er sich auch in Gefangenschaft zeigt, wenn eigentlich kein Bedarf an Waschen besteht.
Diese pelzigen «Wäscher» spülen alles im Wasser, was sie ergattern können: eingeweichte Handtücher und Taschentücher, die Festtagskleidung des Besitzers. Im Internet findet man viele lustige Videos, wie der Waschbär energisch und professionell Hausschuhe, die Fernbedienung oder ein brandneues Smartphone «wäscht».
Video: Waschbär wäscht
Zoologen sind der Ansicht, dass es mehrere Gründe für die Entwicklung dieses Verhaltensreflexes gibt. Erstens fressen Waschbären alles, was sie finden oder fangen können. Besonders viele Beutetiere in ihrer Nahrung leben im Wasser oder in der Nähe von Wasser. Sie sind normalerweise schmutzig, und durch spülende Bewegungen waschen die Waschbären vor dem Fressen Schlamm, Schmutz und Sand davon ab.
Der zweite Grund, warum der Waschbär die Beute spült, liegt in der Kontrolle der Lebenszeichen der «Mahlzeit». Oft stellt sich ein gefundenes oder gefangenes Nagetier oder ein Frosch tot, um dem Jäger die Lust zu nehmen, sie zu fressen. Wenn der Waschbär den Körper ins Wasser taucht und zu wässern beginnt, wird der Bluff sofort entlarvt: Die Beute «erwacht zum Leben» und versucht sich zu wehren. Obwohl Waschbären auch Aas nicht verschmähen und übelriechende Speiseabfälle, die sie auf dem Müll finden, für sie eine Delikatesse sind, die sie ohne negative Folgen für den Magen verspeisen.

Darüber hinaus verlassen sich Waschbären mehr auf den Tastsinn als auf das Sehen, und wenn sie einen Gegenstand untersuchen, betasten sie ihn gründlich. Die Finger ihrer Vorderpfoten ähneln in ihrer Struktur denen des Menschen und sind sehr empfindlich. Doch weil das Tier sie auch zum Gehen nutzen muss, wird die Haut auf den «Handflächen» rauer. Im Wasser wird die Haut weicher und empfindlicher, und das Tier erhält durch das Berühren von Gegenständen taktile Informationen zu den für ihn interessanten Fragen: Was ist das und kann man es essen?
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