Herzinfarkt bei Hunden

In den letzten Jahren begegnen Tierärzte immer häufiger Hunden, bei denen ein Herzinfarkt diagnostiziert wird, und das kann nicht anders als besorgniserregend sein, denn es handelt sich um einen der gefährlichsten Zustände. Ohne schnelle und professionelle Hilfe endet die Krankheit fast immer mit dem Tod des Tieres. Daher ist es wichtig zu verstehen, warum ein Hund einen Myokardinfarkt entwickeln kann, an welchen Anzeichen man ihn erkennen kann, wie die Diagnose gestellt wird und welche Behandlung der Tierarzt verordnet.

Was ist ein Myokardinfarkt? Das Myokard ist das Muskelgewebe des Herzens, von dessen Arbeit die gesamte Funktion des Herz-Kreislauf-Systems direkt abhängt. Ohne normale Blutzirkulation kann kein Organ vollständig funktionieren, da das Blut Sauerstoff und Nährstoffe durch den Körper transportiert. Dabei benötigt der Herzmuskel selbst auch eine ständige und unterbrechungsfreie Versorgung. Wenn aus irgendeinem Grund die Blutzufuhr und Sauerstoffversorgung zu einem bestimmten Bereich des Myokards gestört oder vollständig unterbrochen wird, beginnt dieser Bereich abzusterben. Dieses Absterben des Gewebes nennt man einen Infarkt.

Ursachen

Im Grunde genommen gibt es immer nur eine Hauptursache für einen Myokardinfarkt beim Hund – eine Störung der Blutversorgung des Herzmuskels. Allerdings gibt es eine ganze Reihe von Faktoren, die zur Entwicklung dieses gefährlichen Zustands beitragen und das Risiko seines Auftretens erheblich erhöhen können.

Cholesterin-Plaques

Nun, wer von uns hat noch nicht davon gehört? Auch bei Hunden können diese Plaques, genau wie beim Menschen, zu schwerwiegenden Erkrankungen im Körper führen, von denen eine der Herzinfarkt ist. Cholesterin verstopft nach und nach das Lumen der Koronararterie (die den Herzmuskel versorgt), wodurch das Myokard 'hungert' und allmählich abstirbt.

Die Koronararterie selbst hat einen großen Durchmesser, aber sie hat viele kleine Verzweigungen, die sich 'innerhalb' des Myokards befinden. Daher hängt die Lokalisation der Nekrose davon ab, wo genau das Gefäß 'verstopft' ist. Wenn es nicht vollständig verstopft ist und noch teilweise Blut fließen kann, entwickelt sich eine ischämische Herzkrankheit.

Ischämie (aus dem Griechischen übersetzt – ich halte das Blut an/stoppe das Blut) ist eine lokalisierte (einfach gesagt, örtliche) Blutarmut eines bestimmten kleinen Bereichs (Organs, Gewebes) aufgrund einer Verminderung oder vollständigen Unterbrechung des arteriellen Blutflusses.

Wenn dieser Zustand über einen längeren Zeitraum anhält, beginnen die Zellen abzusterben. So entwickelt sich eine Gewebenekrose.

Hormonelles Ungleichgewicht

Hormonelles Ungleichgewicht, verursacht durch altersbedingte Veränderungen oder sogar durch eine Hypothyreose. Hypothyreose ist ein pathologischer Zustand, der aufgrund einer unzureichenden Funktion der Schilddrüse entsteht.

Wenn die Schilddrüse „nicht richtig“ arbeitet, kommt es zwangsläufig zu einer Stoffwechselstörung. Schließlich produziert die Schilddrüse Hormone, und wenn die Drüse deren Produktion einstellt, wird das natürliche hormonelle Gleichgewicht gestört. Infolgedessen verändert sich die Funktion nahezu aller Organe und Organsysteme. Das Herz-Kreislauf-System bildet da keine Ausnahme – es entwickelt sich eine Insuffizienz.

Andere Ursachen

  • Neubildungen. Tumore können Arterien komprimieren und so den normalen Blutfluss stören.
  • Infektionen. Es gibt bestimmte Infektionskrankheiten (bakterieller und viraler Ätiologie), die bei Haustieren zur Entwicklung einer verrukösen oder sogar ulzerösen Endokarditis führen. Auch wenn dies keine direkte, sondern eine begünstigende Ursache ist, kann es dennoch zu einem Infarkt beim Tier kommen.
  • Parasitäre und Blutparasitenerkrankungen. Es gibt auch parasitäre Erkrankungen, die zu Pathologien des Herz-Kreislauf-Systems führen. Zum Beispiel die Diphyllobothriose. Die „Würmer“ parasitieren direkt im Herzen.
  • Vaskulitiden. Dabei handelt es sich um Entzündungsprozesse direkt in den Blutgefäßen selbst. Bei einer Vaskulitis verengt sich das Gefäßlumen, es fließt weniger Blut hindurch. Daher kommt es zur Ischämie, und von da ist es nicht weit bis zum Infarkt.

Symptome

Wenn Sie die charakteristischen Symptome eines Myokardinfarkts bei Hunden kennen, können Sie rechtzeitig Verdacht schöpfen und eine tierärztliche Notfallhilfe in Anspruch nehmen.

Schmerz und Verhaltensänderung

Im Bereich des linken Ellenbogens wird bei dem Tier ein starker Schmerz festgestellt. Glauben Sie mir, obwohl das Haustier nicht sprechen kann, werden Sie bemerken, dass sein Herz schmerzt. Der Hund wird sehr unruhig werden, möglicherweise sogar versuchen, die schmerzende Stelle zu lecken. Es kann zu übermäßiger Erregung kommen, das Tier wird versuchen, auf jede erdenkliche Weise Ihre Aufmerksamkeit zu erregen.

Arrhythmie

Arrhythmie bei Hunden

Dadurch, dass Bereiche des Muskelgewebes (wenn auch nur kleine) einer Nekrose unterliegen, kann sich das Herz nicht normal zusammenziehen. Und das erste Symptom eines Myokardinfarkts beim Hund wird eine Arrhythmie (meistens Vorhofflimmern) sein.

Arrhythmie ist eine Störung der rhythmischen Tätigkeit des Herzens, die aufgrund von Störungen des Automatismus, der Leitfähigkeit, der Kontraktilität und sogar der Erregbarkeit entsteht.

Die Anzeichen eines Herzinfarkts bei Hunden sind in der Regel recht auffällig, aber nicht streng spezifisch, das heißt, sie können auch bei anderen Krankheiten auftreten. Zum Beispiel tritt eine Blaufärbung der Schleimhäute nicht nur bei Herzerkrankungen auf, sondern auch bei schweren Atemproblemen. Deshalb ist es oft schwierig, eine genaue Diagnose allein aufgrund äußerer Merkmale zu stellen – eine professionelle Diagnostik ist erforderlich.

Bei Vertretern verschiedener Rassen kann die Erkrankung mit einigen Unterschieden verlaufen, aber insgesamt ist das Gesamtbild weitgehend ähnlich.

Präinfarkt-Stadium

In diesem Stadium kommt es noch nicht zur Nekrose eines Teils des Herzmuskels, und bei rechtzeitiger Hilfe lässt sich die Pathologie viel leichter stoppen. Die Tücke dieser Phase besteht jedoch darin, dass die Symptome schwach ausgeprägt sind und oft unbeachtet bleiben.

In dieser Zeit kann der Besitzer Folgendes beim Hund feststellen:

  • er atmet häufiger und schwerer aufgrund von erhöhter Herzfrequenz und Bluthochdruck;

  • wird schnell müde, geht ungern spazieren, liegt mehr und bewegt sich weniger;

  • schläft unruhig, kann beim Gehen schwanken;

  • leckt häufig die linke Ellenbogengegend, winselt oder zeigt Schmerzanzeichen im Brustbereich.

Anfallsstadium

Wenn sich der Herzinfarkt direkt entwickelt, werden die Symptome stärker ausgeprägt, und zu den bereits vorhandenen Anzeichen kommen neue, besorgniserregendere Erscheinungen hinzu.

Dieses Stadium ist gekennzeichnet durch:

  • Zyanose – die Schleimhäute verändern sich von normalem Rosa zu bläulich aufgrund von Durchblutungsstörungen, besonders sichtbar am Zahnfleisch, an den Wangen und am Gaumen;

  • zunehmende Atemnot, wobei der Hund oft eine unnatürliche Haltung einnimmt, mit gesenktem Kopf sitzt und versucht, seinen Zustand etwas zu lindern;

  • ausgeprägte Schwäche und unruhiger Schlaf, und bei einem starken Blutdruckabfall kann das Tier sogar das Bewusstsein verlieren;

  • plötzliche Verhaltensänderungen: das Haustier kann winseln, Spiele und Spaziergänge völlig verweigern und aufgrund starker Schmerzen Reizbarkeit oder Aggressivität zeigen.

Hyperakutes und akutes Stadium

In diesen Phasen ist das Sterberisiko des Tieres besonders hoch. Die Wahrscheinlichkeit eines tödlichen Ausgangs steigt erheblich, wenn der Hund alt, geschwächt ist oder der Herzinfarkt nicht zum ersten Mal auftritt. Deshalb darf man bei dem geringsten Verdacht auf Herzprobleme auf keinen Fall zögern, einen Tierarzt aufzusuchen.

Weitere Symptome

Weitere typische Anzeichen eines Myokardinfarkts bei Hunden:

Atemnot Schon die geringste körperliche Anstrengung führt bei dem Haustier zu Atemnot. Es ist sehr wichtig, die primären Infarktsymptome nicht mit Anzeichen einer Lungeninsuffizienz zu verwechseln.
Zyanose der Schleimhäute Da das Herz schlechter arbeitet, wird das Blut in unzureichender Menge zu den Geweben und Organen transportiert. Die bläuliche Verfärbung tritt auf, weil das venöse Blut nur schlecht zum Herzen zurückfließt, besonders nach körperlicher Anstrengung.
Der Gang verändert sich Selbst wenn das Haustier ruhig geht, ist zu bemerken, dass es schwankt. Es schwankt von einer Seite zur anderen. Es zeigt sich eine Schwäche der Beine.
Erhöhte Ermüdbarkeit Früher lief der Hund beim Spaziergang wie aufgezogen, aber jetzt ermüdet ihn selbst einfaches langsames Gehen.
Schlafstörung Das Haustier schläft schlecht, meistens auf der Seite. Es stöhnt und jammert ständig aufgrund starker Schmerzen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Versuchen Sie nicht, selbst eine Diagnose zu stellen! Ein Myokardinfarkt bei einem Hund — sehr gefährliche Erkrankung. Dies kann nur ein Tierarzt auf der Grundlage weiterführender Untersuchungen bestätigen. Als beste Untersuchung gilt die Angiographie, aber kein Tier wird ruhig und still liegen (es ist ja kein Mensch). Manche fragen: «Und wie steht es mit der Narkose?». Aber das Haustier hat ein krankes Herz, und die Anwendung einer Vollnarkose könnte für ihn tödlich sein. Daher wird die Angiographie nur sehr selten eingesetzt.

EKG beim Hund

Häufiger wird ein EKG durchgeführt. Anhand der Ergebnisse kann ein qualifizierter Tierarzt feststellen, welche Herzprobleme Ihr Haustier hat. Ebenfalls verordnet werden Echo, Röntgen, Ultraschall. Auch eine Blutuntersuchung hilft. Zusätzlich kann eine Urinanalyse angeordnet werden.

Behandlung des Hundes

Die Behandlung eines Hundes mit Herzinfarkt darf nur von einem Tierarzt verordnet werden! Meistens sieht der Behandlungsplan wie folgt aus:

Antianginöse Medikamente

Diese Medikamente werden verschrieben, damit das Herz weniger Sauerstoff für seine Arbeit benötigt. Mit Nitroglycerin darf man nicht ohne ärztliche Erlaubnis 'herumspielen'. Erstens lindert es keine Schmerzen, es wirkt nur bei Atemnot. Zweitens ist die Gabe dieses Medikaments ohne Druckkontrolle lebensgefährlich für das Tier, denn wenn der kranke Hund einen niedrigen Blutdruck hat, führt die Anwendung von Nitroglycerin zu einer Verschlechterung seines Zustands.

Medikamente zur Aufrechterhaltung der Herzfunktion

Sie helfen dem Herzen bei der Arbeit. Muskelgewebe zieht sich besser zusammen, und Nervenimpulse — werden weitergeleitet. Aber mit der Dosierung muss man sehr vorsichtig sein. Andernfalls kann man es noch schlimmer machen (der 'Motor' des Körpers stoppt und das Tier stirbt).

Antikoagulanzien und Diät

Heparin und seine Analoga werden eingesetzt, um die Bildung von Blutgerinnseln zu verhindern. Denn ein Gerinnsel kann sich lösen, ein Gefäß verstopfen (nicht unbedingt im Herzen, und es kann zu einem Infarkt der Niere, des Gehirns oder eines anderen Organs kommen). Durch die Anwendung von Antikoagulanzien gerinnt das Blut nicht, sodass eine Thromboembolie vermieden werden kann. Zudem lässt sich 'solches' Blut leichter durch den Körper pumpen. Die aufgenommene Fettmenge wird reduziert. In den Speiseplan werden Vitamine und Mineralstoffe aufgenommen.

Diagnostik

Die Anzeichen eines Herzinfarkts ähneln in vielerlei Hinsicht den Symptomen anderer Erkrankungen, insbesondere von Herzkrankheiten, daher ist es unmöglich, eine genaue Diagnose allein anhand des äußeren Erscheinungsbildes zu stellen.

In der Sprechstunde befragt der Tierarzt zunächst ausführlich den Besitzer über den Zustand des Haustiers: wie sich sein Verhalten verändert hat, was es frisst, welchen Lebensstil es führt, ob es in letzter Zeit besorgniserregende Symptome oder plötzliche Veränderungen im Wohlbefinden gab.

Nach der allgemeinen Untersuchung ordnet der Facharzt in der Regel weitere Untersuchungen an. Das Diagnoseprogramm kann Folgendes umfassen:

  • Urinanalysen;

  • Blutanalysen – allgemein und biochemisch;

  • Methoden der instrumentellen Diagnostik: Elektrokardiographie, Echokardiographie, Ultraschalluntersuchung des Herzens, Röntgenaufnahme des Brustkorbs.

Die genaueste Methode zur Beurteilung des Zustands des Herzmuskels ist die Angiographie – eine Röntgenuntersuchung der Blutgefäße unter Verwendung eines Kontrastmittels. Sie wird jedoch nicht immer eingesetzt. Der Eingriff wird unter Vollnarkose durchgeführt, und nur der Tierarzt kann je nach Allgemeinzustand des Hundes entscheiden, ob diese Untersuchungsmethode im Einzelfall gerechtfertigt ist.

Prävention und Veranlagung

Die Prävention eines Myokardinfarkts bei Hunden besteht darin, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Tierarzt nicht zu vergessen. Blut- und Urinanalysen, regelmäßig EKG (insbesondere, wenn eine Veranlagung zu dieser Erkrankung besteht).

  • Überlasten Sie Ihren Liebling nicht (Sie müssen das Tier nicht bis zur Erschöpfung hetzen).
  • Achten Sie auf den emotionalen Zustand des Tieres. Stress und Angst führen zu nichts Gutem.

Man kann nicht sagen, dass es bestimmte Rassen gibt, die an einem Myokardinfarkt leiden. Es gibt eine Veranlagung, das heißt, bei manchen Rassen wird diese Krankheit häufiger registriert als bei anderen.

Große Rassen

An erster Stelle stehen Vertreter großer Rassen. Zum Beispiel Neufundländer, Bernhardiner. Eine Nekrose des Herzmuskels entsteht, weil die körperliche Belastung für diese Schönheiten falsch gewählt wird. Übermäßig intensive Belastungen können zu Herzkrankheiten führen.

Miniaturrassen

An zweiter Stelle, als völliger Gegensatz zu den ersten, stehen Vertreter kleiner (Miniatur-) Rassen. Pinscher, Zwergpudel und andere dekorative Hündchen. Und warum? Aufgrund übermäßiger Emotionalität. Nun, diese kleinen Hunde verhalten sich viel zu impulsiv, erschrecken oft vor allem (jedes Rascheln, jedes laute Geräusch führt zu Angst, Stress und sogar übermäßiger Aggression). Das Herz beginnt zu rasen, es nutzt sich schneller ab.

Senioren

Es ist kein Geheimnis, dass bei älteren Hunden Herzkrankheiten häufiger diagnostiziert werden als bei jungen Tieren. Der Hormonhaushalt verändert sich, Herz und Blutgefäße „verschleißen“.

Haben Sie noch Fragen? Sie können sie dem fest angestellten Tierarzt unserer Website im Kommentarfeld unten stellen, der sie in kürzester Zeit beantworten wird.

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